Wenn Ihr Kind neu in die Kita kommt, lernt es nach und nach die Räume und den Tagesablauf kennen und macht sich mit den pädagogischen Fachkräften vertraut. Eine bundesweit festgelegte Dauer gibt es nicht. Viele Kitas planen einige Wochen; zwei bis sechs Wochen sind eine grobe Orientierung. Je nach Kind und Einrichtung dauert die Eingewöhnung kürzer oder länger.

Wichtig ist, ob Ihr Kind einer Fachkraft vertraut, ihre Unterstützung annimmt und zunehmend am Kita-Alltag teilnimmt. Ein erster kurzer Trennungsversuch bedeutet noch nicht, dass die Eingewöhnung abgeschlossen ist.

Wie viele Wochen dauert die Eingewöhnung?

Die Zeitangaben unterscheiden sich je nach Eingewöhnungsmodell und Kita. Beim Berliner Modell werden häufig etwa ein bis drei Wochen genannt, beim Münchener Modell meist drei bis vier Wochen. Manche Einrichtungen bitten Eltern, drei bis sechs Wochen für die Begleitung einzuplanen. Das sind grobe Richtwerte aus verschiedenen Eingewöhnungsmodellen. Sie geben keine bundesweite Durchschnittsdauer an.

Planen Sie deshalb möglichst mehrere Wochen ein und klären Sie mit der Kita, wie flexibel sich Ihre Begleitung gestalten lässt. Krankheit oder andere Unterbrechungen können den Ablauf verändern. Besprechen Sie mit der Bezugserzieherin oder dem Bezugserzieher, wie Sie nach einer Pause weitermachen.

Was die Dauer der Eingewöhnung beeinflusst

Kinder reagieren unterschiedlich auf neue Menschen, Räume und Trennungen. Manche beobachten zunächst lieber aus der Nähe ihrer vertrauten Person. Andere gehen schnell auf Spielsachen oder Kinder zu. An diesen Reaktionen kann die Fachkraft die nächsten Schritte ausrichten. Für sich allein zeigen sie aber nicht, wie lange die Eingewöhnung dauert.

Auch die Beziehung zur Fachkraft zählt. Ihr Kind braucht Zeit, um zu erleben, dass diese Person auf seine Signale reagiert und es bei Bedarf beruhigen kann. Verlässliche Abläufe und möglichst gleichbleibende Bezugspersonen helfen dabei. In einem Vorgespräch können Sie mit der Kita absprechen, wer Ihr Kind begleitet, wie die ersten Trennungen ablaufen und wie Sie sich über den Tag austauschen.

Forschung zu Kleinkindern spricht dafür, Übergänge behutsam zu gestalten. Eine Wiener Untersuchung mit 65 Kindern im Alter von 16 bis 33 Monaten verglich langsame Einstiege mit fehlenden oder abrupten Einstiegen. Bei den Kindern mit langsamem Einstieg sanken die gemessenen Stresswerte während der Betreuung zunächst stärker. Vier Monate später ließ sich dieser Unterschied statistisch nicht mehr nachweisen. Die Ergebnisse beschreiben eine untersuchte Gruppe und liefern keine feste Zeitvorgabe für einzelne Kinder.

Woran du das Tempo erkennst

Sie können die Trennungszeit verlängern, wenn Ihr Kind Kontakt zur Fachkraft aufnimmt und sich von ihr begleiten oder trösten lässt. Nach dem Abschied darf es protestieren. Wichtig ist, ob es sich anschließend mit Unterstützung beruhigt und wieder spielt, andere Kinder wahrnimmt oder Interesse an der Umgebung zeigt.

Warten Sie mit dem nächsten Schritt und sprechen Sie mit der Kita, wenn Ihr Kind stark belastet bleibt und sich kaum beruhigen lässt. Sprechen Sie auch mit der Kita, wenn Ihr Kind sich dauerhaft zurückzieht, sehr angespannt wirkt oder nach den Besuchen zunehmend erschöpft ist. Dann sollten Sie das Tempo überprüfen. Gemeinsam können Sie entscheiden, ob ein kürzerer Besuch, eine weitere begleitete Phase oder eine Pause sinnvoll ist.

Weinen allein sagt nicht, ob die Eingewöhnung gelingt. Ein Kind kann beim Abschied weinen und sich danach gut auf die Fachkraft und das Spiel einlassen. Umgekehrt zeigt ausbleibendes Weinen nicht automatisch, dass es sich schon sicher fühlt. Achten Sie deshalb auch darauf, wie Ihr Kind nach der Trennung wirkt und ob es Unterstützung annimmt.

So passt ihr die Schritte an

Vereinbaren Sie mit der Kita, woran Sie den nächsten Schritt festmachen. Nach einer kurzen Trennung können Sie besprechen, ob Ihr Kind sich beruhigt hat, Kontakt zur Fachkraft aufgenommen hat und sich auf etwas in der Gruppe einlassen konnte. Wenn diese Entwicklung ausbleibt, muss die Trennungszeit nicht nach Kalender verlängert werden. Bleiben Sie zunächst länger gemeinsam dort oder nehmen Sie einen vorherigen Schritt wieder auf.

Auch wenn Ihr Kind zunächst gut in der Kita bleibt, kann die Eingewöhnung noch weitergehen. Abschiede können weiterhin schwierig sein, und nach Krankheit oder einer längeren Pause braucht es wieder mehr Unterstützung. Tauschen Sie sich mit der Fachkraft darüber aus, was sie während des Tages beobachtet und wie Ihr Kind zu Hause wirkt.