Wenn Geschwister oder Besuchskinder ohne Spielzeug spielen wollen, reichen meist ihre Stimme, Bewegung und ein paar einfache Regeln. Ihr könnt die Spiele zu zweit oder in einer kleinen Gruppe drinnen oder draußen spielen.
Ruhige Spiele ohne Material
Spiegeln: Zwei Kinder stehen oder sitzen sich gegenüber. Ein Kind bewegt langsam Arme, Hände oder den Oberkörper, das andere macht die Bewegungen möglichst genau nach. Danach wechseln die Rollen. Sind mehr Kinder dabei, führt ein Kind die Bewegungen für alle vor oder mehrere Paare spielen gleichzeitig.
Ich packe meinen Koffer: Das erste Kind nennt einen Gegenstand, den es einpacken möchte. Das nächste Kind wiederholt die bisherigen Gegenstände und fügt einen hinzu. So geht es reihum weiter. Wenn jemand einen vergisst, gibt die Gruppe einen Tipp oder fängt gemeinsam von vorn an. So scheidet niemand aus.
Gemeinsame Geschichte: Ein Kind beginnt mit einem Satz, zum Beispiel: „Im Garten stand plötzlich eine kleine Rakete.“ Reihum ergänzt jedes Kind einen Satz. Wer lieber nicht sprechen möchte, kann eine passende Bewegung vormachen, die die anderen in die Geschichte aufnehmen.
Wortkette: Das erste Kind nennt ein Wort. Das nächste findet ein neues Wort, das mit dem letzten Buchstaben des vorherigen beginnt. Bei jüngeren Kindern könnt ihr vorher eine Kategorie festlegen, zum Beispiel Tiere oder Essen. Eine einfachere Variante ist eine Reimrunde, in der alle Wörter sammeln, die sich auf das Startwort reimen.
Spiele für kleine Gruppen
Berufe raten: Ein Kind stellt einen Beruf ohne Worte dar, die anderen raten. Für jüngere Kinder oder Kinder unterschiedlichen Alters eignen sich auch Tiere oder Alltagshandlungen, etwa Zähneputzen oder Kochen. Wer richtig rät, darf als Nächstes etwas darstellen.
Stille Post: Ein Kind flüstert dem nächsten ein kurzes Wort oder einen einfachen Satz ins Ohr. Jedes Kind flüstert die Nachricht dem nächsten ins Ohr. Am Ende sagt das letzte Kind laut, was angekommen ist. Mindestens drei Kinder müssen mitspielen, damit die Nachricht weitergegeben werden kann. Bei jüngeren Kindern bleibt ihr am besten bei vertrauten Einzelwörtern.
Bewegung ohne Rennen
Tierbewegungen: Ein Kind nennt ein Tier, und alle machen die passende Bewegung nach. Wenn wenig Platz ist, wählt Bewegungen, bei denen ihr stehen bleibt. Ihr könnt wie ein Pinguin watscheln oder euch wie eine Katze strecken. Auch das Flattern mit den Armen wie ein Vogel eignet sich. Danach nennt das nächste Kind ein Tier.
Stopp-Lauf: Spielt dieses Spiel nur auf einer freien Fläche, die ihr gut überblicken könnt. Die Kinder bewegen sich darin, bis ein vereinbartes Signal ertönt, etwa ein Klatschen. Dann bleiben alle stehen. Legt vorher fest, wo die Laufwege enden, und vereinbart ein klares Stoppsignal. In engen Räumen spielt ihr die Variante ohne Rennen: Alle bewegen sich auf der Stelle und frieren beim Signal ein.
Regeln an Alter und Raum anpassen
Wenn Kinder unterschiedlichen Alters mitspielen, helfen kurze Runden und einfache Regeln. Jüngere Kinder können bei der Koffer-Liste mit jemandem zusammen überlegen; für die Wortkette könnt ihr ein Startwort vorgeben. Bei Bewegungsspielen können alle sitzen oder die Bewegungen nur mit Armen und Oberkörper ausführen.
Räumt vor aktiven Spielen Stolperstellen aus dem Weg und vermeidet in engen Zimmern Rennen, Schubsen und Spiele mit verbundenen Augen. Wenn ein Kind bei einem Spiel aussetzen möchte, kann es stattdessen eine neue Bewegung vormachen. Es kann auch ein Tier nennen oder die nächste Geschichte beginnen.




