Bei schlechtem Wetter oder wenig Platz in der Wohnung können Sie gemeinsam spielen, nur mit Ihrer Stimme und Ihren Bewegungen. Tierbewegungen, Spiegelbilder und Stoppsignale funktionieren im Wohnzimmer und im Flur. In engen Räumen bewegen Sie sich besser auf der Stelle, statt zu rennen.

Passen Sie die Regeln an Alter, Verständnis und Tagesform Ihres Kindes an. Babys beobachten ruhige Bewegungen und Gesten sicher im Liegen oder auf Ihrem Schoß. Dafür brauchen Sie keine Bälle, Kissen, Musik oder Möbel.

Vor dem Spielen Platz prüfen

Schaffen Sie zuerst Platz. Achten Sie auf Kabel, herumliegende Gegenstände, glatte Böden und rutschende Teppiche. Räumen Sie Zerbrechliches aus dem Bewegungsbereich und vereinbaren Sie ein klares Stoppsignal. Im schmalen Flur bleiben alle am Platz; dort passen Stampfen, Gesten und langsames Gehen besser als Hüpfen oder Fangspiele.

Wenn andere Menschen in der Wohnung oder nebenan Ruhe brauchen, wähle leise Varianten wie Spiegelbild oder Bewegungsstatuen. Stampfen und Klatschen lassen sich durch Schritte und Handbewegungen ersetzen.

Sieben Bewegungsspiele für drinnen

Tierbewegungen

Rufen Sie ein Tier auf und machen Sie die Bewegung vor: Ein Elefant stampft langsam, eine Katze schleicht, ein Vogel schlägt mit den Armen. Ihr Kind macht die Bewegung nach. Im kleinen Raum bleiben alle am Platz oder bewegen sich langsam.

Kleinkinder erkennen vertraute Tiere leichter. Vorschulkinder können Tiere erraten oder selbst vorschlagen. Ältere Kinder verbinden zwei Bewegungen, etwa „Schleiche wie eine Katze und strecke dich danach wie eine Giraffe“.

Spiegelbild

Stellen Sie sich mit etwas Abstand gegenüber. Eine Person bewegt langsam Arme, Kopf oder Oberkörper, die andere macht es möglichst genau nach. Wechseln Sie nach einer kurzen Folge die Rollen.

Mit jüngeren Kindern reichen einfache Gesten, zum Beispiel Arme heben oder sich klein machen. Ältere Kinder können eine Bewegungsfolge erfinden. Auf engem Raum funktioniert das Spiel auch im Sitzen.

Ampel ohne Rennen

Eine Person ruft die Farben: Bei Grün gehen alle auf der Stelle, bei Gelb werden sie langsamer und bei Rot bleiben sie stehen. Wer möchte, ergänzt ein weiteres Signal, etwa „Blau“ für einmal die Arme strecken.

Für jüngere Kinder sind zwei Signale übersichtlicher: losgehen und stoppen. Ältere Kinder können die Ansagen übernehmen oder bei Rot eine einfache Standpose halten. „Grün“ bedeutet in der Wohnung nicht, dass jemand losrennt.

Bewegungsstatuen

Alle bewegen sich locker am eigenen Platz. Sobald jemand „Stopp“ sagt, frieren alle in ihrer Haltung ein. Danach geht es weiter, bis das nächste Stoppsignal kommt.

Kleine Kinder können einfach stillstehen oder die Arme hochnehmen. Ältere Kinder stellen eine Figur oder ein Tier dar. Niemand muss ausscheiden; nach dem Signal machen alle gemeinsam weiter.

Kommandos nachmachen

Sagen Sie jeweils eine Bewegung an und machen Sie sie vor: auf der Stelle stampfen, die Schultern kreisen, die Arme strecken oder sich ganz klein machen. Danach kann Ihr Kind die nächste Bewegung ansagen.

Für jüngere Kinder ist ein Auftrag auf einmal am leichtesten. Ältere Kinder können zwei Bewegungen verbinden, zum Beispiel erst strecken und dann langsam auf der Stelle gehen. Wird das Spiel zu schnell, machen Sie die Bewegungen kleiner und langsamer.

Bewegungsgeschichte

Erzählen Sie eine kurze Geschichte und machen Sie passende Bewegungen vor: Schleichen Sie durch einen Wald, ducken Sie sich unter einem Ast oder strecken Sie sich, um nach einem Vogel zu sehen. Die Kinder spielen die Bewegungen direkt mit.

Bei Kleinkindern helfen wenige, wiederholte Bewegungen. Ältere Kinder können die Geschichte abwechselnd weitererzählen und selbst Bewegungen erfinden. Im Flur bleibt die Geschichte bei Bewegungen am Platz.

Rhythmus nachmachen

Klatschen oder stampfen Sie einen kurzen Rhythmus vor und lassen Sie Ihr Kind ihn wiederholen. Beginnen Sie mit einer einfachen Folge und wechseln Sie dann zwischen Klatschen, leisen Schritten und Armbewegungen.

Für jüngere Kinder genügt ein einzelnes Klatschen oder Stampfen. Ältere Kinder können längere Folgen vorgeben. Wenn der Boden hellhörig ist, ersetzen Sie das Stampfen durch Klatschen oder Handbewegungen.

Spiele nach Alter anpassen

Babys brauchen keine Kommandos oder festen Spielregeln. Sprechen Sie mit ihnen, lächeln Sie, bewegen Sie langsam Ihre Hände oder verändern Sie Ihre Mimik, während Ihr Baby sicher liegt oder auf Ihrem Schoß sitzt. Achten Sie darauf, dass Ihr Kind wach und aufmerksam ist, und beenden Sie das Spiel, wenn es unruhig wirkt.

Bei Kleinkindern funktionieren kurze, klare Aufforderungen und sichtbare Bewegungen. Vorschulkinder können Regeln verstehen und selbst Bewegungen vorschlagen. Schulkinder mögen Rollenwechsel, eigene Kommandos oder kleine Bewegungsfolgen. Die Altersangaben dienen nur zur Orientierung; richten Sie sich danach, was Ihr Kind versteht und gern mitmacht.

Bewegungen dürfen kleiner, langsamer oder im Sitzen ausgeführt werden. Ihr Kind kann auch zuschauen, eine Ansage machen oder eine Pause einlegen.

Wie viel Bewegung Kinder täglich brauchen

Bewegungsspiele bringen zwischendurch Bewegung in den Alltag. Sie ersetzen keine Empfehlung für die gesamte tägliche Bewegung. Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit nennt für Kinder von vier bis sechs Jahren mindestens drei Stunden Bewegung am Tag und für Sieben- bis 18-Jährige mindestens eineinhalb Stunden. Dazu gehören Aktivitäten im Alltag und draußen. Auch Bewegung in der Kita oder beim Sport zählt zur Tagesmenge. Für Kinder unter vier Jahren steht möglichst viel Bewegung in einer sicheren Umgebung im Vordergrund.