Im ersten Lebensjahr bleibt Milch die Grundlage der Ernährung. Nach und nach kommen feste Lebensmittel hinzu. Dieser Übergang heißt Beikost: Dazu zählen zum Beispiel Gemüse-Kartoffel-Brei, Getreidebrei und später weiche Familienkost.
In Deutschland dient diese Reihenfolge als Orientierung: zuerst Gemüse-Kartoffel-Fleisch- oder Fisch-Brei, etwa einen Monat später Milch-Getreide-Brei und nach ungefähr einem weiteren Monat Getreide-Obst-Brei. Die Reihenfolge dient als unverbindliche Orientierung. Tempo und Menge richten sich danach, wie bereit das Baby ist und wie viel es essen möchte.
Wann Beikost beginnen?
Die deutsche Empfehlung lautet, frühestens nach Vollendung des vierten Monats und spätestens mit Beginn des siebten Monats mit Beikost zu starten. Die Weltgesundheitsorganisation beschreibt den üblichen Beginn dagegen als „etwa mit sechs Monaten“. Die Empfehlungen gelten für unterschiedliche Situationen. Deshalb gibt es kein genaues Startalter, das für jedes Baby passt.
Achte darauf, ob dein Baby beim Füttern den Mund öffnet, Interesse am Essen zeigt und Nahrung vom Löffel aufnehmen kann. Beginne mit wenigen Teelöffeln fein püriertem Gemüse, zum Beispiel Kürbis, Karotte, Pastinake oder Zucchini. Biete anschließend wie gewohnt Muttermilch oder Säuglingsanfangsnahrung an. Wenn dein Baby wegen einer Erkrankung früher Beikost bekommen soll, besprich den Start mit der behandelnden Kinderärztin oder dem Kinderarzt.
Die drei Breie im ersten Jahr
Eltern in Deutschland können sich an dieser Reihenfolge orientieren; die Abstände sind ungefähr, und manche Babys brauchen mehr Zeit, um sich an eine neue Mahlzeit zu gewöhnen.
| Schritt | Mahlzeit | Worauf es ankommt |
|---|---|---|
| Zuerst | Gemüse-Kartoffel-Fleisch- oder Fisch-Brei | Mit Gemüse anfangen und die Zutaten schrittweise ergänzen. |
| Etwa einen Monat später | Milch-Getreide-Brei | Eine weitere Milchmahlzeit nach und nach durch Brei ersetzen. |
| Ungefähr einen weiteren Monat später | Getreide-Obst-Brei | Einen milchfreien Brei aus Getreide und Obst einführen. |
Der erste Brei enthält Kartoffeln und Rapsöl; Fleisch oder Fisch ergänzt ihn um wichtige Nährstoffe. Die Eisenvorräte eines Babys nehmen im Laufe des ersten Halbjahres ab, während der Eisenbedarf steigt. Der Körper kann das Eisen aus Fleisch gut aufnehmen. Fisch kann ein- bis zweimal pro Woche an die Stelle von Fleisch treten. Große Raubfische wie Thunfisch oder Schwertfisch sind wegen möglicher Schadstoffbelastung nicht geeignet.
Als Einstieg reichen wenige Teelöffel Gemüse. Wird das gut angenommen, kannst du die Menge langsam erhöhen und Kartoffel, Öl sowie Fleisch oder Fisch ergänzen. Rezeptmengen sind Beispiele und legen nicht fest, wie viel jedes Baby aufessen muss. Bei vegetarischer Ernährung braucht der Brei eine passende Getreide-Alternative. Achte dabei besonders auf die Eisenversorgung. Eine vegane Ernährung im Säuglingsalter sollte eng mit Kinderärztin oder Kinderarzt und einer qualifizierten Ernährungsfachkraft begleitet werden.
Für den Milch-Getreide-Brei eignen sich pasteurisierte oder ultrahocherhitzte Vollmilch sowie Säuglingsnahrung. Rohmilch und Vorzugsmilch gehören nicht in den Brei, und Kuhmilch sollte im ersten Lebensjahr nicht als Flaschenmilch dienen. Der dritte Brei besteht aus Getreide und Obst und wird ohne Milch zubereitet. Zum Ende des ersten Jahres kann das Baby schrittweise weiche, geeignete Familienkost kennenlernen.
Milch, Getränke und Hungerzeichen
Stillen kann weitergehen, solange Elternteil und Kind es möchten. Wird nicht gestillt, bleibt Säuglingsnahrung die passende Milch. Zusätzliche Getränke braucht ein Baby in der Regel erst, wenn der dritte Brei eingeführt ist. Dann ist Wasser die beste Wahl; ungesüßter, milder Tee ist ebenfalls möglich. Mit dem Übergang zur Familienkost steigt der Trinkbedarf. Saft und süße Getränke sind dafür nicht nötig.
Biete Essen an, wenn dein Baby Interesse zeigt, und beende die Mahlzeit, wenn es satt wirkt. Langsameres Essen, Wegdrehen oder ein geschlossener Mund können auf Sättigung hinweisen. Dränge dein Baby nicht dazu, den Teller leer zu essen. Wenn es Brei ablehnt, kannst du es zu einem späteren Zeitpunkt erneut versuchen.
Lebensmittel auswählen und sicher anbieten
Wechsle Gemüse- und Obstsorten ab. Nach den deutschen Empfehlungen musst du Lebensmittel, die häufig Allergien auslösen, nicht vorsorglich meiden oder später einführen. Ei sollte gut durchgegart sein; rohes Ei ist ungeeignet. Bei einer bekannten Allergie oder einer besonderen medizinischen Vorgeschichte sollte die Einführung mit der Kinderarztpraxis abgestimmt werden.
Vermeide im ersten Lebensjahr Honig und rohe tierische Lebensmittel wie Rohmilch. Meide außerdem stark gesalzene Speisen und rohe Getreideprodukte. Honig kann Bakteriensporen enthalten, die bei Säuglingen eine gefährliche Erkrankung auslösen. An ganzen Nüssen und harten, kleinen Lebensmittelstücken kann sich dein Baby verschlucken. Biete geeignete Stücke nur so weich und so groß an, dass dein Baby sie sicher greifen und essen kann. Bei selbstständigem Essen am Tisch sollte ein Erwachsener immer dabeibleiben.
Selbst gekochter und gekaufter Brei sind beide möglich. Achte bei Gläschen auf zugesetztes Salz und unnötige Süßungsmittel. Gläschen ohne diese Zusätze entsprechen eher der empfohlenen Zusammensetzung. Wenn du alle Breie selbst kochst, achte auch auf die Jodversorgung. Ob dein Baby eine Ergänzung braucht, hängt von seiner gesamten Ernährung ab. Besprich das mit einer Fachperson.
Wann fachlicher Rat nötig ist
Wende dich an die Kinderarztpraxis, wenn dein Baby über längere Zeit kaum isst, Mahlzeiten regelmäßig verweigert oder du dir Sorgen um Wachstum, Trinken oder Schlucken machst. Lass dein Baby ebenfalls zeitnah untersuchen, wenn es beim Essen wiederholt hustet oder sich verschluckt. Atemnot, eine Schwellung im Mund- oder Rachenbereich oder eine schwere allergische Reaktion sind ein Notfall und erfordern sofortige medizinische Hilfe.




