In Deutschland wird die Schwangerschaft ab dem ersten Tag der letzten Regelblutung gezählt. So gerechnet dauert sie im Durchschnitt 40 Wochen oder 280 Tage. Ab der Befruchtung sind es ungefähr 38 Wochen oder 266 Tage: Der Schwangerschaftskalender beginnt meist rund zwei Wochen vor der Befruchtung.
Der errechnete Geburtstermin ist deshalb ein Richtwert. Er gibt nicht zuverlässig den Tag an, an dem die Geburt beginnt. Nur wenige Kinder kommen genau an diesem Datum zur Welt.
Warum es Angaben von 38 und 40 Wochen gibt
Die Angaben von 38 und 40 Wochen unterscheiden sich, weil die Rechnung an verschiedenen Tagen beginnt. Da sich der Zeitpunkt der Befruchtung oft nicht genau bestimmen lässt, zählen Ärztinnen und Ärzte sowie Hebammen üblicherweise ab der letzten Regelblutung. Zwischen diesem ersten Zyklustag und der Befruchtung liegen im Durchschnitt etwa zwei Wochen.
Im Mutterpass wird die Schwangerschaftswoche häufig mit einer Zahl und einem Pluszeichen angegeben. 40+0 bedeutet zum Beispiel: 40 Wochen sind vollendet, und an diesem Tag ist der errechnete Geburtstermin. 41+2 heißt, dass seit Beginn der Schwangerschaftszählung 41 Wochen und zwei Tage vergangen sind.
Auch die Bezeichnung „42. Schwangerschaftswoche“ kann verwirren: Sie umfasst die Tage von 41+0 bis 41+6. Ab 42+0 beginnt die 43. Schwangerschaftswoche.
Was der errechnete Termin aussagt
Der Termin wird zunächst anhand des ersten Tages der letzten Regelblutung berechnet. Eine frühe Ultraschalluntersuchung kann den errechneten Termin genauer bestimmen, legt den Geburtstermin aber nicht auf den Tag genau fest. Eisprung und Befruchtung können früher oder später stattgefunden haben.
Viele Geburten liegen vor oder nach dem errechneten Termin. Wie weit Geburten typischerweise vor oder nach dem Termin liegen, hängt auch davon ab, ob eine Quelle zehn oder 14 Tage vor und nach dem Termin einbezieht. Alle Angaben zeigen jedoch: Nur ein kleiner Anteil der Kinder wird genau am errechneten Tag geboren. Nutzen Sie den Termin daher als Orientierung und besprechen Sie Fragen zur Versorgung mit Ihrer Hebamme oder Ihrer gynäkologischen Praxis.
Was passiert, wenn der Termin überschritten ist?
Eine Geburt nach dem errechneten Termin bedeutet nicht automatisch, dass ein Problem vorliegt. Mit zunehmender Schwangerschaftsdauer steigen jedoch bestimmte Risiken. Deshalb besprechen Schwangere mit dem Geburtshilfe-Team, wie die Betreuung weitergeht und ob und wann eine Einleitung infrage kommt.
Die Patienteninformation des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen beschreibt, dass eine Einleitung ab 41+0 typischerweise angeboten und ab 42+0 dringend empfohlen wird. Der individuelle Schwangerschaftsverlauf und die Wünsche der Schwangeren fließen in die Entscheidung ein. Eine Einleitung kann Stunden bis Tage dauern.
Nach dem errechneten Termin können Kontrollen unter anderem den Herzschlag des Kindes und die Fruchtwassermenge prüfen. Auch Kontrollen nach einem festen Schema schließen Risiken nicht vollständig aus. Klären Sie mit dem Geburtshilfe-Team, welche Kontrollen für Ihren Verlauf vorgesehen sind und wann Sie sich wieder melden sollen.
Frühgeburt und Geburt am Termin
Eine Geburt vor 37+0 gilt als Frühgeburt. In der deutschen Leitlinie zur vaginalen Geburt am Termin reicht der Terminbereich von 37+0 bis 41+6. Ab 42+0 spricht man von einer Übertragung.
Diese Grenzen helfen dabei, Schwangerschaftswochen einzuordnen. Sie ersetzen keine persönliche Einschätzung durch Hebamme, Ärztin oder Arzt, besonders wenn zusätzliche gesundheitliche Faktoren vorliegen.
Wann Sie sich sofort melden sollten
Wenden Sie sich umgehend an Ihre Hebamme oder den Kreißsaal, wenn sich die Bewegungen Ihres Kindes deutlich verringern oder ausbleiben, Blutungen auftreten oder Fruchtwasser abgeht. Auch bei starken Schmerzen sollten Sie zeitnah medizinischen Rat einholen. Bei einem akuten Notfall rufen Sie den Rettungsdienst.




