Wer während der Schwangerschaft abnehmen möchte, sollte das Ziel mit Hebamme oder Ärztin beziehungsweise Arzt besprechen. Eine gezielte Gewichtsabnahme durch Diät oder durch eine geringere Kalorienaufnahme, als der Körper verbraucht, wird in der Schwangerschaft nicht empfohlen. Das gilt auch bei Übergewicht oder Adipositas, also starkem Übergewicht.
Weniger zuzunehmen ist etwas anderes als absichtlich abzunehmen. Wie viel Gewichtszunahme passend ist, hängt unter anderem vom Gewicht vor der Schwangerschaft ab und davon, ob die Schwangere ein oder mehrere Kinder erwartet. Entscheidend sind eine ausreichende Versorgung mit Nährstoffen und eine persönliche Betreuung, nicht eine möglichst niedrige Zahl auf der Waage.
Weniger zunehmen ist nicht dasselbe wie abnehmen
Eine geringere Gewichtszunahme kann bei Übergewicht oder Adipositas angemessen sein. Die deutschen Handlungsempfehlungen nennen für Schwangere mit Normalgewicht eine Gesamtzunahme von etwa 10 bis 16 Kilogramm. Bei Übergewicht wird eine geringere Zunahme als bei Normalgewicht als wünschenswert beschrieben; bei Adipositas kann sie unter der häufig genannten Spanne von 5 bis 9 Kilogramm liegen.
Diese Werte sind Orientierungen, keine persönlichen Sollvorgaben. Sie bedeuten auch nicht, dass Schwangere aktiv Gewicht verlieren sollen. Studien zeigen, dass eine geringe Gewichtszunahme mit bestimmten Ergebnissen während der Schwangerschaft und bei der Geburt zusammenhängt. Daraus lässt sich jedoch nicht ableiten, dass eine gezielte Diät dieselben Vorteile bringt oder sicher ist. Studien können oft nicht unterscheiden, ob eine geringe Zunahme beabsichtigt war oder etwa durch Übelkeit entstand.
Wenn die Gewichtszunahme gering ist oder ausbleibt, sollte die betreuende Hebamme oder ärztliche Fachkraft die Entwicklung beurteilen. Bei Bedarf lässt sich auch das Wachstum des Kindes überprüfen.
Ernährung und Bewegung statt Diät
Bei Übergewicht oder Adipositas braucht es in der Schwangerschaft nicht pauschal mehr Energie. Sinnvoll ist eine ausgewogene, nährstoffreiche Ernährung, die zum persönlichen Bedarf passt. Crash-Diäten und strenge Fastenkuren können die Versorgung mit wichtigen Nährstoffen erschweren. Das gilt auch für selbst gesetzte Abnehmziele. Besprechen Sie daher größere Änderungen Ihrer Ernährung mit der Hebamme oder der ärztlichen Betreuung.
Regelmäßige moderate Bewegung unterstützt die Gesundheit. Die deutschen Empfehlungen nennen mindestens 150 Minuten pro Woche, verteilt auf mehrere Tage. Das kann zum Beispiel zügiges Gehen sein. Wenn Sie Beschwerden haben oder ein medizinischer Grund gegen Bewegung spricht, sollten Sie zuerst ärztlichen Rat einholen. Bewegung ist kein Mittel, um eine bestimmte Geschwindigkeit der Gewichtsabnahme zu erreichen.
Ungewollter Gewichtsverlust braucht Aufmerksamkeit
Gewichtsverlust durch anhaltende Übelkeit oder Erbrechen ist kein gewünschter Abnehmerfolg. Häufiges Erbrechen kann dazu führen, dass Flüssigkeit und Nahrung nicht im Körper bleiben. Wenden Sie sich an Ihre Hebamme oder ärztliche Betreuung, wenn Sie wiederholt erbrechen. Tun Sie das auch, wenn Sie kaum trinken können oder Gewicht verlieren.
Starker Durst und Schwindel können auf Flüssigkeitsmangel hinweisen. Auch sehr wenig oder dunkler Urin sind mögliche Anzeichen. Holen Sie bei solchen Anzeichen zeitnah medizinische Hilfe. Bei heftigen Beschwerden sollten Sie nicht abwarten, bis der nächste reguläre Vorsorgetermin ansteht.

