Wie oft ein Baby Stuhlgang hat und wie der Stuhl aussieht, hängt vor allem vom Alter und von der Ernährung ab. Bei gestillten Babys ist weicher, gelber Stuhl häufig normal. Auch mehrere Tage ohne Stuhlgang bedeuten bei einem älteren Stillbaby nicht automatisch Verstopfung. Für die Einschätzung zählen außerdem das Aussehen des Stuhls und wie gut das Baby trinkt. Auch die Zahl nasser Windeln und sein allgemeines Befinden spielen eine Rolle.

In den ersten Tagen nach der Geburt kommt zuerst das Mekonium, auch Kindspech genannt: ein klebriger, dunkelgrüner bis schwarzer Stuhl. Danach verändert sich die Farbe mit zunehmender Milchaufnahme. Bestimmte Zeichen, etwa weißer oder grauer Stuhl, Blut oder ausbleibendes Mekonium, sollten ärztlich abgeklärt werden.

So verändert sich der Stuhl in den ersten Monaten

Mekonium geht normalerweise innerhalb der ersten ein bis zwei Lebenstage ab. Wenn ein termingeborenes Neugeborenes kein Mekonium absetzt, sollte eine Ärztin oder ein Arzt es untersuchen. Mit zunehmender Milchaufnahme wird der Stuhl allmählich heller. Bei guter Milchaufnahme ist er häufig bis zum vierten oder fünften Tag gelblich.

Bei gestillten Babys ist der Stuhl oft weich bis dünnflüssig und gelb. Kleine helle Körnchen darin sind ebenfalls üblich. In den ersten vier bis sechs Wochen haben viele Babys mehrmals täglich Stuhlgang, teils bei fast jeder Mahlzeit. Später können die Abstände länger werden. Manche ältere Stillbabys haben nur etwa einmal pro Woche Stuhlgang und sind dennoch gesund, wenn der Stuhl weich bleibt, das Baby gut trinkt und wächst und sich wohlfühlt.

Bei Babys, die Säuglingsnahrung bekommen, ist der Stuhl meist fester und breiiger. Gelbe, beige, braune oder grünliche Farbtöne kommen vor. Wie oft Babys Stuhlgang haben, hängt vom Alter und vom einzelnen Baby ab. Eine feste Zahl von Stuhlgängen pro Tag sagt deshalb allein nicht aus, ob alles in Ordnung ist. Achte darauf, ob sich der Stuhl plötzlich verändert, hart wird oder dem Baby Schmerzen bereitet.

Mit der Beikost, also der Einführung fester Nahrung, wird der Stuhl oft fester und riecht stärker. Auch seine Farbe kann sich durch bestimmte Lebensmittel verändern. Eine deutliche weißliche oder graue Färbung sollte jedoch nicht einfach auf die Ernährung geschoben werden.

Woran du Verstopfung und Durchfall erkennst

Für Verstopfung spricht eher harter, trockener oder kugeliger Stuhl, der schwer herauskommt oder Schmerzen verursacht. Die Zahl der Stuhlgänge allein reicht zur Einschätzung nicht aus. Pressen, Grunzen oder ein rotes Gesicht beim Stuhlgang kommen bei Babys auch vor, wenn der Stuhl weich ist.

Von Durchfall spricht man eher, wenn sich das gewohnte Muster deutlich und anhaltend verändert: Der Stuhl wird plötzlich häufiger und wässriger. Ein dünner, gelber Stuhl bei einem gestillten Baby ist für sich genommen noch kein Durchfall. Achte außerdem darauf, ob dein Baby schlechter trinkt oder erbricht. Auch Fieber und weniger nasse Windeln solltest du beachten.

Bei diesen Zeichen ärztlichen Rat einholen

Wende dich an eine Kinderarztpraxis, wenn der Stuhl weiß, sehr blass oder grau ist. Solche Farben können auf eine Störung des Galleflusses hinweisen und sollten zeitnah beurteilt werden. Auch sichtbares Blut im Stuhl gehört ärztlich abgeklärt. Schwarzer Stuhl ist in den ersten Lebenstagen als Mekonium normal; bleibt er darüber hinaus schwarz, solltest du ebenfalls ärztlichen Rat einholen.

Lass dein Baby untersuchen, wenn es nach der Geburt kein Mekonium abgesetzt hat. Bei Durchfall braucht es ebenfalls ärztliche Einschätzung, wenn es kaum trinkt, deutlich weniger nasse Windeln hat, einen trockenen Mund bekommt, erbricht oder ungewöhnlich matt wirkt. Bei einem Baby unter drei Monaten ist eine gemessene Körpertemperatur von 38 °C oder höher ein Grund, sofort ärztlichen Rat einzuholen.

Ein Foto kann helfen, eine ungewöhnliche Stuhlfarbe in der Praxis zu zeigen. Es ersetzt die Untersuchung nicht. Notiere bei Bedarf auch, wann der Stuhl auftrat und ob sich Ernährung, Trinkverhalten oder Allgemeinzustand verändert haben.

Was du zu Hause beachten kannst

Vergleiche den Stuhl mit dem üblichen Muster deines Babys und beurteile nicht nur die Häufigkeit. Bei einem Neugeborenen geben auch Trinkverhalten und nasse Windeln Hinweise darauf, ob es genug Milch aufnimmt. Ab dem vierten oder fünften Lebenstag sind mindestens sechs nasse Windeln am Tag ein typischer Richtwert.

Gib deinem Baby bei anhaltenden Beschwerden weder Abführmittel noch Zäpfchen ohne vorherige Absprache mit einer Kinderärztin oder einem Kinderarzt. Das gilt ebenso für Hausmittel und zusätzliches Wasser. Ändere auch die Säuglingsnahrung nicht eigenständig, wenn du Verstopfung vermutest. Eine Kinderärztin oder ein Kinderarzt kann prüfen, ob eine Anpassung nötig ist und welche Hilfe zum Alter des Babys passt.