Mit 13 Wochen ist ein Baby ungefähr drei Monate alt. Es nähert sich den Entwicklungsschritten, die für vier Monate beschrieben werden. Viele Kinder reagieren jetzt stärker auf vertraute Stimmen, machen erste Laute im Wechsel mit Erwachsenen und halten den Kopf zunehmend besser. Das Tempo ist individuell: Eine Entwicklungsmarke ist eine Orientierung und kein Termin, den jedes Baby genau in dieser Woche erreichen muss.
Für den Alltag heißt das: Bieten Sie Ihrem Baby Nähe, sprechen und spielen Sie mit ihm und legen Sie es zum Schlafen sicher auf den Rücken. Muttermilch oder Säuglingsanfangsnahrung bleibt die Nahrung; mit Beikost ist es nach der deutschen Empfehlung noch zu früh. Bei der anstehenden U4 können Sie mit der Kinderärztin oder dem Kinderarzt über Entwicklung, Trinken und Schlaf sprechen.
Was sich um die 13. Woche entwickeln kann
Auf dem Bauch oder auf dem Schoß kann ein Baby mit etwa drei Monaten den Kopf zunehmend aufrecht halten. Manche Kinder beginnen in diesem Alter, sich zu drehen. Kinder fangen damit jedoch zu unterschiedlichen Zeitpunkten an. Die Bewegungen werden nach und nach gezielter, etwa wenn das Baby nach einem Gegenstand greift. Ein bestimmter Entwicklungsschritt muss nicht genau in der 13. Woche sichtbar sein.
Auch die Kommunikation verändert sich. Ihr Baby kann auf Ihre Stimme reagieren, Sie ansehen, lächeln oder Laute wie Gurren und Quietschen machen. Antworten Sie auf diese Laute, sprechen Sie mit Ihrem Kind und singen Sie ihm etwas vor. So entsteht ein einfacher Wechsel: Sie sprechen, warten kurz und reagieren auf die Antwort Ihres Babys.
Geben Sie ihm im wachen Zustand Gelegenheit, sich zu bewegen und nach geeignetem Spielzeug zu greifen. Kurze Zeiten auf dem Bauch fördern die Bewegung, solange Sie dabeibleiben und Ihr Baby beaufsichtigen. Zum Schlafen legen Sie es immer auf den Rücken. Wenn Ihr Baby Fähigkeiten verliert, die es bereits gezeigt hat, oder Sie sich wegen seiner Entwicklung sorgen, sprechen Sie die Beobachtung in der Kinderarztpraxis an.
Trinken und Beikost
Mit 13 Wochen bekommt Ihr Baby Muttermilch oder Säuglingsanfangsnahrung. Nach der deutschen Empfehlung beginnt Beikost frühestens mit Anfang des fünften Monats und spätestens mit Anfang des siebten Monats. Ein 13 Wochen altes Baby ist deshalb noch zu jung für Brei oder andere Beikost.
Auch wenn Ihr Baby interessiert auf Ihr Essen schaut, reicht dieses Interesse allein nicht als Grund für einen frühen Beikoststart. Später zählen unter anderem eine gute Kopfkontrolle und die Fähigkeit, mit Unterstützung aufrecht zu sitzen. Bei Unsicherheit über den passenden Zeitpunkt können Sie die Kinderärztin, den Kinderarzt oder eine qualifizierte Still- und Ernährungsberatung fragen.
Gestillte Babys und Babys, die Säuglingsanfangsnahrung erhalten, brauchen im Allgemeinen kein zusätzliches Wasser. Krankheit oder Trinkprobleme können den Flüssigkeitsbedarf verändern. Lassen Sie sich dann ärztlich beraten, statt die Trinkmenge eigenständig zu verändern.
Schlaf sicher gestalten
Häufiges nächtliches Aufwachen kommt in den ersten Monaten vor. Babys unterscheiden sich darin, wie lange sie am Stück schlafen. Für Babys in der 13. Woche gibt es keine feste Zahl an Schlafstunden oder Nickerchen. Wenn Ihr Baby nachts aufwacht, bedeutet das für sich genommen noch nicht, dass etwas nicht stimmt.
Legen Sie Ihr Baby für jeden Schlaf auf den Rücken und verwenden Sie eine feste, ebene Matratze. Kissen und lose Gegenstände gehören nicht ins Bett. Achten Sie darauf, dass Ihr Kind nicht überhitzt, und lassen Sie im Schlafzimmer nicht rauchen. Das BIÖG nennt rund 18 °C als Orientierung für die Raumtemperatur. Wenn Ihr Baby wach ist, darf es unter Aufsicht auf dem Bauch liegen; diese Spielzeit ist von der Schlafposition zu unterscheiden.
Schreien und Beruhigung
Schreien ist eine Möglichkeit, mit der ein Baby auf Bedürfnisse oder Unwohlsein aufmerksam macht. Dauer und Häufigkeit unterscheiden sich stark. Im Durchschnitt nimmt das Schreien nach einem Höhepunkt um die sechste Lebenswoche wieder ab, Das bedeutet aber nicht, dass jedes Baby in Woche 13 weniger schreit.
Wenn Ihr Baby viel schreit, prüfen Sie zunächst, ob es Hunger hat, müde ist, Nähe braucht oder eine ruhige Umgebung hilft. Bleibt das Schreien ungewöhnlich stark oder verändert sich das Verhalten Ihres Kindes, wenden Sie sich an die Kinderarztpraxis. Holen Sie sich ebenfalls Unterstützung, wenn Sie sich durch das Schreien überfordert fühlen. Legen Sie das Baby in einem solchen Moment sicher in sein Bettchen und bitten Sie eine vertraute Person um Hilfe. Schütteln Sie ein Baby niemals.
Die U4 steht im dritten bis vierten Lebensmonat an
In Deutschland findet die U4 im dritten bis vierten Lebensmonat statt. Dabei prüft die Kinderärztin oder der Kinderarzt unter anderem die körperliche und geistige Entwicklung, Bewegungen, Hören und Sehen. Sie können auch über Schlaf, Trinken, Stillen und Verdauung sprechen.
Notieren Sie vor dem Termin Ihre Fragen und Beobachtungen, zum Beispiel zum Trinkverhalten, zu Schreiphasen oder dazu, wie Ihr Baby den Kopf hält. So können Sie konkrete Situationen schildern. Wenn Ihr Baby schlecht trinkt, nicht wie erwartet zunimmt oder Fähigkeiten verliert, die es schon hatte, sprechen Sie das zeitnah in der Praxis an.
Bei deutlichen Atemproblemen oder wenn Ihr Baby kaum ansprechbar ist, rufen Sie den Notruf. Bei dringenden Beschwerden außerhalb der Öffnungszeiten hilft der ärztliche Bereitschaftsdienst; bei Unsicherheit können Sie sich an die Kinderarztpraxis wenden.

