Erziehung

Kindererziehung: Kinder, Eltern & Erziehungsstile

Jedes Kind ist anders und jedes Kind reagiert in bestimmten Situationen anders. Wichtig ist es, von Beginn an die Persönlichkeit des Kindes zu unterstützen und es in seinen Fähigkeiten nicht nur zu fordern, sondern in erster Linie gut zu fördern. Kinder, die eine ausgewogene Menge Aufmerksamkeit und Hilfe bekommen, gleichzeitig auch eigene Entscheidungen treffen können, entwickeln sich schon früh zu eigenen Persönlichkeiten mit bestimmten Fähigkeiten. Damit das Kind lernt, was gut oder schlecht ist, benötigt es die richtige Erziehung und die Unterstützung vom Vater und der Mutter. Nur wenn es durchgehend Halt bekommt, sich immer wieder an seine Bezugspersonen wenden kann und viel Zuspruch bekommt, kann sich das Kind zu einem selbstständigen Erwachsenen entwickeln.

Kindererziehung

Ist das Kind noch sehr klein, wird es die Werte der Erziehungsberechtigten vermittelt kriegen. Sie bringen ihm bei, was gut oder falsch ist, wie man sich zu benehmen hat, und was man als Kind nicht machen darf oder nicht machen sollte. Erst im Laufe der Jahre, wenn das Kind älter wird, kann es sich sein eigenes Bild machen, und wird dabei immer wieder eigene Entscheidungen fällen müssen, bei denen es sich an den ihm vermittelten Werten des Vaters oder der Mutter orientiert. Daher ist es wichtig, dass sich beide Teile bei der Kindererziehung einig sind, und die Grundsätze stets beibehalten. Auch Geschwister, Großeltern und andere Personen, die im engen Kontakt zu dem Nachwuchs stehen, spielen bei der Erziehung und der Wertevermittlung eine wichtige Rolle. Sicherlich hat die Oma ganz andere Werte und vielleicht auch andere Vorstellungen von Höflichkeit, die sie nun versucht, auf ihre Art dem Kind zu vermitteln.

Kindererziehung
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Nichts ist bei der Erziehung schlimmer, als inkonsequent zu sein.

Grundsätzliches zur Erziehung von Kindern

Bei der Erziehung orientieren sich die Erwachsenen natürlich auch an den Erfahrungen aus der eigenen Kindheit. Erinnerungen an bestimmte Alltagssituationen, Regeln aus eigenen Kindertagen oder bestimmte Abläufe werden oft übernommen. Dies geschieht nicht immer extra, sondern findet oft unbewusst und ungewollt statt. Hilfreich ist es, sich an das zu erinnern, was einem als Kind selbst gut gefallen hat. Wichtig bei der Erziehung ist Konsequenz. Die Kleinen müssen nicht streng erzogen werden, sondern benötigen Hilfe und eine führende Hand, die ihnen den Weg ins Leben zeigt. Aufgestellte Regeln, die hilfreich sind und positiv in die Kindererziehung einfließen, sollten daher beibehalten werden. Natürlich werden sich diese im Laufe der Zeit immer wieder ändern. Der Nachwuchs wird älter und benötigt immer eine altersgerechte Erziehung. Geht das Kleinkind brav und müde am frühen Abend ins Bett, so ändert sich dieses Ritual spätestens im Grundschulalter.

Kinder jeden Alters müssen also immer genau so gefordert und gefördert werden, wie es dem Alter und dem Reifeprozess entspricht. Wer immer nur schimpft und niemals ein Lob ausspricht, jeden Tag streng geplant hat, der wird vielleicht ein folgsames Kind haben, muss dann aber im Teenageralter mit den Konsequenzen rechnen. Ist das Kind alt genug und hat bereits ein gewisses Verständnis, können Regeln natürlich auch zusammen mit ihm aufgestellt werden. Hierbei kommen weitere Personen wie Freunde, Nachbarn oder die Erziehungsberechtigten der Freunde mit ins Spiel, bei denen das Kind ein anderes Leben und andere Werte oder Regeln kennenlernt.

Pädagogische Ansätze

Natürlich reicht es nicht aus, die Kinder einfach nur großzuziehen. Kindererziehung ist eine schöne auch schwere Aufgabe für den Vater und die Mutter. Zur pädagogischen Erziehung gehören viele Dinge, wie die Entwicklung der Sprache, die Motorik, das soziale Verhalten und ähnliche Dinge, die alle Kleinen erst einmal lernen müssen. Welche Erziehungsstile dabei in Betracht kommen, ist in erster Linie von den Eltern abhängig. Solange das Kind klein ist und weder Kindergarten oder Vorschule besucht, sind diese zwei Personen die wichtigsten Bezugspersonen. Sie üben den größten Einfluss auf das Kind aus, da sie sich überwiegend um es kümmern und versorgen. Erst später, wenn Kontakt zu anderen Erwachsenen entsteht, schaut sich der Nachwuchs auch dort das eine oder andere ab, und übernimmt es mehr oder weniger ungewollt.

Die Erziehungsstile von Mutter und Vater ziehen sich wie ein roter Faden durch die Kindheit und die Jugend. Sie zeigen, wie sich die Erwachsenen dem eigenen Kind gegenüber verhalten und sind von Familie zu Familie anders. Um das Kind bestmöglich zu fördern, benötigen Vater und Mutter Zeit, Geduld, Einfühlungsvermögen und natürlich auch Konsequenz. Einige Kinder lernen das Laufen fast von alleine, andere sind erst Monate später damit dran. Das Gleiche gilt auch für das Erlernen der Sprache. Hierbei ist es besonders wichtig, den Nachwuchs richtig zu fördern, da es später zu großen Problemen im Kindergarten und der Schule kommen kann, wenn sich das Kind nicht richtig ausdrücken kann.

2.2 Wie wichtig ist die Erziehung für die Entwicklung?

Die ersten Lebensjahre sind bei der Erziehung besonders wichtig und prägend. Das Kind muss alles lernen und ist dabei auf die Hilfe der Eltern angewiesen. Daher ist es wichtig, dem Kind nicht nur Regeln aufzuerlegen, sondern ihm gleichzeitig auch zu erklären, welchen Sinn diese Regel haben und wozu sie gut sind. Für die Erziehungsberechtigten ist das nicht immer leicht. Oft ist man unsicher, hat Angst das Falsche zu tun, oder befindet sich plötzlich selbst in einer vollkommen neuen Situation. Regeln, die sich daher nach einer gewissen Zeit als nutzlos oder überflüssig erweisen, dürfen ohne Bedenken wieder verworfen werden.

Kinder sind neugierig und möchten die Welt immer wieder neu entdecken. Dazu gehören auch kleine Missgeschicke und Fehler. Kinder, die von Beginn an auf sich alleine gestellt sind, wissen nicht, was sie tun sollen. Sie kennen das Leben nicht und wissen daher nicht, was wichtig oder unwichtig ist. Nur durch die Eltern lernen sie einen geregelten Tagesablauf und Dinge die alltäglich sind. Vater oder Mutter gehen arbeiten, wenn man etwas essen möchte, muss man es vorher einkaufen usw. Dem Kind all das zu vermitteln, was für Erwachsene vollkommen normal ist, gehört zur Erziehung dazu. Auch das Verhalten anderen und fremden Menschen gegenüber ist wichtig, damit sich das Kind im späteren Leben in die Gesellschaft integrieren kann.

Einfluss der eigenen Erziehung

Egal, ob die eigene Kindheit positiv oder negativ war, zum Teil wird sie sich immer wieder in die eigene Kindererziehung schmuggeln. Dieses Verhalten zeigen Eltern nicht immer bewusst. Oft erwischt man sich in bestimmten Situationen, und hat plötzlich die eigene Kindheit vor den Augen. Auch Sprüche wie: Du bist wie deine Mutter - sind nicht selten. Wissen die Erwachsenen ganz genau, was in der Kindheit negativ war, kann dieses auch ganz gezielt bei der Erziehung ausgeblendet werden. Negative Dinge sind weder für den Nachwuchs, noch für die Mutter oder den Vater von Vorteil. Haben sich einige Regeln als gut und hilfreich herausgestellt, so lassen sich diese auch nach 20 oder 30 Jahren noch erfolgreich anwenden.

In der Regel werden Dinge bei der Erziehung übernommen, die einen prägenden Charakter hatten. Positive Erinnerungen, verknüpft mit Regeln und gewissen Abläufen, ziehen sich bei den meisten Familien wie ein roter Faden durch die eigene Kindererziehung. Merkt man, dass man die negativen Erziehungsstile vom eigenen Vater oder der eigenen Mutter übernimmt, sollte man die Bremse ziehen. Vielen Vätern und Müttern fällt das sehr leicht, andere hingegen haben Schwierigkeiten, sich von diesen Traditionen zu trennen. Dann kann es sinnvoll sein, sich Hilfe bei einer Beratungsstelle zu suchen. auch Gespräche mit anderen Erziehungsberechtigten sorgen für mehr Sicherheit bei der Kindererziehung. So erfahren Erziehungsberechtigte, dass auch andere Väter oder Mütter die gleichen Fehler machen, und können sich gegenseitig austauschen und Tipps geben.

Strenge Erziehung

Strenge hat noch keinem geschadet - das sind Sprüche aus vergangenen Tagen. Kinder, die nur mit Strenge erzogen werden, haben Probleme eine eigene Persönlichkeit zu entwickeln. Sie sind keine Maschinen, die zu funktionieren haben, sondern kleine Persönlichkeiten mit einem eigenen Charakter. Wer sein Kind zu streng erzieht, und stets nur mit Strafen droht, niemals eine Belohnung verteilt, wird kein glückliches Kind großziehen. Die Kleinen müssen Fehler machen, um lernen zu können. Jeden Tag die gleichen Rituale fördern sie nämlich nicht, sondern engen sie ein und geben ihnen keinen Spielraum zur eigenen Entwicklung der Persönlichkeit.

Jeden Tag zur gleichen Zeit Essen, zur gleichen Zeit ins Bett gehen, das Kinderzimmer täglich aufräumen, den Teller leer essen usw. sind Regeln, die einen strengen Ablauf erfordern. Oft sitzen die Kinder um 12 Uhr mittags nörgelnd vor dem vollen Teller, während sie ihn eine oder zwei Stunde später ohne meckern leer essen würde. Wenn das Kind später oder früher als zur festen Zeit müde ist, soll es schlafen, obwohl es das nicht kann. Strenge macht also nur dann Sinn, wenn es möglich ist, diese sinnvoll umzusetzen. Natürlich gibt es ganz klare Regeln, die sagen, dieses ist erlaubt, jenes ist verboten.

Allerdings muss das nicht mit Strenge durchgesetzt werden. Eltern, die dem Nachwuchs immer einen Sinn vermitteln, werden bei der Erziehung oft ohne Verbote und ohne Strenge ans Ziel kommen. Denn auch Dinge, die dem Kind nicht erlaubt werden, lassen sich positiv formulieren. Anstatt zusagen, dass das Kind um acht Uhr ins Bett muss, sollte man besser sagen, dass das Kind bis zu diesem Zeitpunkt aufbleiben darf. Positive Worte wecken meist ein positives Verhalten und daher eine positive Reaktion.

Antiautoritäre Erziehung

Die antiautoritäre Erziehung boomte in den 60er und 70er Jahren ganz besonders. Sie läuft ohne Zwänge, Regeln und Vorschriften ab. Diese Erziehungsstile bieten dem Kind die Möglichkeit zur Selbstentfaltung. Ein Nein wird nur sehr selten ausgesprochen, und auch sonst darf das Kind selbst entscheiden. Bei dieser Methode der Kindererziehung entscheiden sich die Kinder nicht aufgrund irgendwelcher Regeln, sondern nach Lust und Laune. Vollkommen ohne Grenzen kommt auch die antiautoritäre Erziehung nicht aus. Kinder, die keine Grenzen kennen, werden auch später nur das tun, wozu sie Lust haben. Egoisten, die gerade zu Beginn dieser Erziehungsstile oft gemieden wurden, haben es mehr als schwer, sich im späteren Leben in die Gesellschaft zu integrieren.

Trotzdem ist es einer der Erziehungsstile, der dem Kind viel Freiraum bietet. Entscheidungen werden gemeinsam getroffen, das Kind darf Fehler machen und soweit dieses ohne negative Folgen möglich ist, auch altersgerecht die Verantwortung für das eigene Handeln übernehmen. Heute spricht man von einer demokratischen Kindererziehung. Kein Kind muss sich mehr unterwerfen. Die Kleinen dürfen ihre Meinung sagen und haben natürlich auch ein Mitspracherecht. Eine Erziehung ohne Zwang macht es möglich, eigenständige Persönlichkeiten groß zu ziehen, die sich auch im späteren Leben schnell einen festen Platz suchen werden.

Der goldene Mittelweg

Der goldene Mittelweg ist sicherlich die perfekte Lösung, wenn es um gute Erziehungsstile und gute Kindererziehung geht. Nur wenige Regeln, diese sinnvoll eingesetzt, zeigen einen weitaus größeren Erfolg, als ein Alltag, der aus vollkommen sinnlosen Regeln und Verboten besteht. Dem Kind ein Mitspracherecht zu geben, es Wünsche äußern zu lassen und mit in den ganzen Alltag einzubeziehen, gehört ebenso dazu. Es ist nicht immer leicht, den goldenen Mittelweg zu finden. Der Vater hat vielleicht andere Ansichten als die Mutter, sodass zuerst einmal die Elternteile eine Einigung finden müssen. Denn erst, wenn sich Vater und Mutter bei allen Erziehungsfragen einig sind, kann das Kind mit guten Regeln aufwachsen und sich bestmöglich entwickeln.

Die Rolle der Eltern

Diese beiden Personen sind das wohl wichtigste Vorbild für das Kind. Es orientiert sich am Verhalten von Vater und Mutter. Bereits kleine Kinder ahmen Vater oder Mutter in Rollenspielen nach, und übernehmen so zuerst unbewusst deren Verhalten. Werden sie langsam älter und sehen die beiden in den immer wieder gleichen Situationen, so orientieren sie sich am elterlichen Verhalten. Ist der Vater aufbrausend, kann auch das Kind so reagieren. Das Gleiche gilt natürlich auch für die Mutterrolle. Daher ist es wichtig, dass Vater oder Mutter niemals vor dem Kind die Fassung verlieren. Das, was Vater und Mutter dem Kind vermitteln, geschieht nicht nur bewusst, sondern auch unbewusst. Das Kind ist sehr aufmerksam und beobachtet die beiden oft schweigend. Daher sollte man sich als Elternteil immer dann besonders gut im Griff haben, wenn das eigene Kind anwesend ist.

Traditionelle Mutterrolle

Früher hat die Mutter traditionell den ganzen Teil der Kindererziehung übernommen. Sie kümmerte sich um den Haushalt und die Erziehung. Damit lag die gesamte Verantwortung bei nur einem Elternteil, nämlich der Mutter. Sie hat das Kind erzogen, ihm gewisse Werte vermittelt, war für die Sprachförderung und alles andere verantwortlich. Natürlich gehörten auch Arztbesuche, Gespräche in der Schule oder dem Kindergarten, und alle anderen Aufgaben dazu. Die ganze Verantwortung für das Kind lag bei der traditionellen Erziehung bei der Mutter. Verhielt sich das Kind anders als gewünscht oder auffällig, so wurde die Schuld dafür schnell der Mutter gegeben.

Traditionelle Vaterrolle

Bei der traditionellen Verteilung der Rolle gibt es auch einen Vater. Dieser hatte nichts mit der Erziehung zu tun, sondern hat den finanziellen Teil übernommen. In der Regel gab es einen Verdiener pro Haushalt und das war der Vater. Er ging von morgens bis abends arbeiten, um Geld für die Familie zu verdienen. Daher blieb ihm, selbst wenn er es wollte, kaum Zeit, um sich den Kindern zu widmen, geschweige denn, in die Erziehung einzugreifen. Ansprechpartner bei allen Anliegen war stets die Mutter, da der Vater eigentlich nur im Urlaub oder an seinen freien Tagen für das Kind greifbar war.

Gelten die traditionellen Rollenbilder heute noch?

Im Laufe der Zeit hat sich auch das geändert. Nicht nur die Erziehungsstile sind anders geworden, sondern auch das Familienleben hat sich verändert. Aus finanzieller Sicht ist es in vielen Familien nötig, dass beide Elternteile einer geregelten Arbeit nachgehen. In vielen Fällen ist der Vater weiterhin der Hauptverdiener, während viele Mütter einen Halbtagsjob annehmen. Es spielt mittlerweile keine Rolle mehr, wer den finanziellen Part übernimmt, da viele Frauen besser verdienen können als Männer. Natürlich ist es wichtig, die Rollen gut zu verteilen. Einen Halbtagsjob nehmen die meisten Mütter also erst dann an, wenn das Kind alt genug ist, um den Kindergarten zu besuchen. Während der Schulzeit bleibt dann so viel Zeit übrig, dass auch Mütter wieder Vollzeit arbeiten gehen können. auch Väter in Elternzeit sind keine Seltenheit mehr. Sie betreuen die Kinder in den ersten Lebensjahren zu Hause, während die Mutter tagsüber ihrem Job nachgeht und für ein geregeltes Einkommen sorgt.

Ein Elternteil ist berufstätig

Für den Nachwuchs ist es wichtig, einen Elternteil als ständigen Ansprechpartner zu behalten. Sind sie alt genug, um den Kindergarten zu besuchen, so wird die Erzieherin während dieser Zeit die Aufgabe übernehmen und dem Kind als Ansprechpartner zur Seite stehen. Oft haben berufstätige Mütter, auch Väter ein schlechtes Gewissen, weil sie das Kind alleine lassen. Wird für einen guten Betreuungsplatz gesorgt, so sind diese Bedenken meist schnell wieder vergessen. Die meisten Kinder gewöhnen sich im Kindergarten oder dem Hort schnell ein. Zudem haben sie dort Kontakt zu anderen Kindern und lernen, sich in Gruppen einzuordnen. Kleine Sprösslinge sind dann in der Regel ab dem Mittag wieder zu Hause, während sich die Zeiten des Fernbleibens mit dem Alter immer weiter steigern.

Beide Elternteile sind berufstätig

Wenn beide Bezugspersonen berufstätig sind, kann dies verschiedene Gründe haben. Zum einen kann die finanzielle Lage dies notwendig machen, zum anderen muss kein Teil seinen Beruf an den Nagel hängen. Viele Mütter oder Väter steigen nach dieser Zeit wieder ganztags in den Beruf ein, andere hingegen legen gar keine Pause ein. Dann ist es wichtig, rechtzeitig eine Betreuungsmöglichkeit für das Kind zu finden. Am besten ist es, wenn die Arbeitszeiten von Vater und Mutter sich ergänzen. Das ist zum Beispiel dann der Fall, wenn beide nur halbtags arbeiten, oder sich die Schichten beider anpassen lassen. Allerdings sollten nicht beide Erziehungsberechtigten in Vollzeit arbeiten. Das Kind hat durch die Betreuung zwar eine Bezugsperson, es kann keine so enge Bindung zu den Eltern herstellen. Viele Familien nutzen daher zum Beispiel Angebote der Jugendämter, und lassen das Kind bei sich zu Hause von einer qualifizierten Tagesmutter betreuen.

Alleinerziehende Eltern

Alleinerziehende Väter und Mütter haben es nicht immer leicht. Sie tragen zum einen die Verantwortung für das Kind alleine, und müssen zudem alles alleine planen und organisieren. Zudem entsteht oft ein großer Druck bei dem allein erziehenden Elternteil. Egal, ob Mütter oder Väter alleinerziehend sind, müssen sie alles gut regeln. Kommt zusätzlich noch ein Job dazu, ist die Kombination von Familien- und Berufsleben oft die erste große Hürde. Aufgaben, die sonst der andere Partner übernehmen würde, bleiben an dem Alleinerziehenden hängen. Deswegen ist es wichtig, sich Unterstützung bei Freunden oder der Familie zu holen. Diese kennen die Situation und das Kind, und können dem entsprechend handeln. Hat das Kind über einen längeren Zeitraum mit nur einem Elternteil zusammengewohnt, kann es auch zu Problemen oder Eifersucht kommen, wenn dann wieder ein Partner dazu kommt.

Getrennt lebende Eltern

Eltern die getrennt leben, sind zwar kein Paar mehr, bleiben trotzdem ein Leben lang die Eltern des Kindes. Sie haben beide Einfluss auf die Erziehung, vermitteln ihnen Werte und teilen sich die Betreuung. Dabei lebt das Kind bei einem Teil und ist dort auch gemeldet. In den Ferien oder an den Wochenenden besucht es den anderen Teil. Dabei ist es wichtig, dass sich beide Parteien einig sind, und einmal vereinbarte Termine auch wirklich wahrgenommen werden. Hat das Kind Probleme in der Schule oder Kindergarten, werden in der Regel beide zu den Terminen eingeladen. Das gibt dem Kind Sicherheit. Zudem sollten sich Kinder niemals für einen Elternteil entscheiden müssen. Auch gemeinsamen Ausflügen zusammen mit dem Vater und der Mutter sollte nichts im Wege stehen. Neue Partner sollten sich dann zurücknehmen, und dem Kind diese wichtige Familienzeit lassen.

Rollenverteilung bei gleichgeschlechtlichen Eltern

Vater und Mutter - so sehen es die traditionellen Rollen vor, werden immer öfter durch gleichgeschlechtliche Beziehungen abgelöst. Ein Kind kann bei zwei Männern ebenso gesund aufwachsen, wie bei zwei Frauen. Diese Familien haben oft mit Vorurteilen zu rechnen, was gerade den Kindern am meisten zusetzen kann. Egal, aus welcher Konstellation die Familie besteht, ist es wichtig, dem Kind Liebe, Halt und Geborgenheit zu vermitteln. Dies können gleichgeschlechtliche Paare ebenso gut, wie Mann und Frau. Für das Kind ist es eine normale Situation falls es damit aufwächst. Es wird beide lieben, und wie in jeder anderen Familie mal den einen, mal den anderen als Ansprechpartner wählen. sollte man dem Kind nicht zwei Mamas oder zwei Papas präsentieren, sondern es rechtzeitig aufklären. Es hat immer nur einen Vater oder eine Mutter und einen dazugehörigen Partner des Elternteils.

Allgemeine Tipps zur Erziehung

Vater und Mutter müssen in ihre Rolle hineinwachsen. Einen Plan, wie Kinder erzogen werden, können sie sich nicht machen. Ebenso wie das Kind, werden auch die Eltern viele Dinge erst im Laufe der Zeit lernen. Es gibt einige Dinge, die alle Väter und Mütter immer beachten sollten. Dabei spielt es keine Rolle, für welchen der Erziehungsstile sie sich entscheiden. Regeln sollten nur dann angewendet werden, wenn sie Sinn machen. Auch die erwachsenen Bezugspersonen sollten in der Lage sein, sich für ein fehlerhaftes Verhalten bei dem Kind zu entschuldigen. Sie sollten Lob an richtiger Stelle aussprechen, und sich immer so viel Zeit wie möglich nehmen. Allerdings darf das Kind dabei nicht eingeschränkt oder über behütet werden. Es kann nicht schaden, nach einer anderen Möglichkeit oder Regelung zu suchen, wenn ein Plan nicht klappt. Alle, Kinder und beide Elternteile, müssen das Familienleben erst lernen.

Klare Worte finden

Das A und O bei der Erziehung sind klare Worte. Eltern, die immer alles erklären, zu viele Worte finden und zu spät zu dem kommen, was sie eigentlich sagen wollen, machen es sich bei der Kindererziehung unnötig schwer. Dabei muss das Gesagte sich nicht wie Kommando oder ein Befehl anhören. Bringen Vater oder Mutter klar auf den Punkt, was sie von dem Kind möchten, warum sie das verlangen und welches Ziel das hat, bekommt das Kind eine klare Bitte. Allerdings müssen Vater oder Mutter immer darauf achten, dass diese Dinge dem Kind altersgerecht erklärt werden. Dies gelingt mit den richtigen Worten und einigen anschaulichen Gesten bei kleinen Kindern sehr gut, und kann dem entsprechend auch bei Teenagern angebracht werden.

Soll das Kind sein Zimmer aufräumen, dann ist es wichtig, dass die Eltern dies auch genau so sagen. Einem kleinen Kind kann man dabei helfen indem man ihm sagt, die Puppen gehen jetzt schlafen, deswegen muss man sie wegräumen. Ist das Kind größer und möchte vielleicht am nächsten Tag Freunde empfangen, dann reicht es aus, wenn man dem Kind sagt, dass die Freunde nur dann Platz zum Spielen haben, wenn das Zimmer aufgeräumt ist. Dabei sollten sich Vater oder Mutter nicht zu häufig wiederholen. Hat das Kind den Sinn und Zusammenhang verstanden, dann hat man den richtigen Weg gefunden.

Verbote als Gebote umformulieren

Nicht nur die meisten Kinder hassen Verbote, sondern auch Erwachsene. Aller Erziehungsstile fordern zwar Regeln, kommen eigentlich ohne Verbote aus. Wichtig ist, dass das Kind immer versteht, worum es geht. Ein Verbot auszusprechen, indem man sagt "Das darfst du nicht", macht das Ganze für das Kind erst recht interessant. Stattdessen sollten Vater oder Mutter erklären, warum es nicht gut ist, etwas Bestimmtes zu tun, und welche Folgen damit verknüpft sind. Das kann dem Kind natürlich auch auf eine positive Weise vermittelt werden. So ist zum Beispiel ein offenes Gewässer gefährlich, weil man darin ertrinken kann, wenn man nicht schwimmen kann. Deswegen sollte das Kind dieses meiden. Ein Kind, das möglichst viele verschiedene Situationen kennenlernt, und dabei positive wie negative Eigenschaften erkennen kann, benötigt ohnehin kaum Verbote.

Nicht lügen

Um ein gutes Eltern-Kind-Verhältnis aufzubauen ist es wichtig, nicht zu lügen. Dies gilt für die Eltern natürlich ebenso, wie für das Kind. Dabei darf das Kind nicht gestraft werden, wenn es die Wahrheit sagt, und zum Beispiel zugibt, dass es etwas zuvor Verbotenes getan hat. Das Kind verliert dann den positiven Sinn zur Wahrheit, und wird in Zukunft meiden, diese zu sagen. Auch Vater oder Mutter müssen dem Kind gegenüber ehrlich und aufrichtig sein. Natürlich müssen sie ihm keine Rechenschaft ablegen. Hinterfragt das Kind eine bestimmte Situation die ihm komisch erscheint, sollten Eltern ehrlich und kindgerecht antwortet. Auch dies ist ein wichtiger Bestandteil der Kindererziehung, und sorgt für ein gegenseitiges Vertrauen.

Keiner der Erziehungsstile ist perfekt. Deswegen wird es immer wieder einmal vorkommen, dass Kinder lügen. Auch wenn sie dieses Verhalten von Zuhause aus nicht kennen, so bekommen sie vielleicht im Kindergarten oder der Schule mit, dass ein anderes Kind lügt und sich so zum Beispiel einen Vorteil verschafft. In diesem Fall sollten die Eltern noch einmal ganz genau erklären, dass auch kleine Lügen keine wirkliche Hilfe sind, sondern andere Menschen sehr traurig machen können.

Nicht vor den Kindern streiten

Eltern, die sich vor ihrem Kind streiten, machen einen großen Fehler. Ein Streit der Eltern kann beim Kind große Ängste und zum Teil sogar starke Schuldgefühle auslösen. Dies gilt vor allem dann, wenn sich Vater oder Mutter wegen ihm selbst streiten. Auch Unsicherheit kann sich breitmachen, da Kinder nicht wissen, wie sie mit dieser Situation umgehen sollen. Das Kind hat beide Teile lieb und möchte nicht, dass diese sich streiten. Zudem steht es hilflos und ohnmächtig daneben, da ihm ein Eingreifen in den Streit nicht möglich ist.

Auch wenn sich Vater oder Mutter nach einem Streit längst wieder vertragen haben, bleibt die Situation für das Kind weiterhin angespannt. Es hat Angst vor einem neuen Streit, fühlt sich unwohl oder ängstlich und weiß nicht mehr so recht, an welchen Elternteil es sich nun wenden soll. Kinder, die sehr viel Streit der beiden mitbekommen, ziehen sich langsam zurück, ergreifen Partei für einen Teil oder versuchen, sich sämtlichen Situationen zu entziehen, in denen Vater und Mutter beide anwesend sind. So können gemeinsame Ausflüge oder Spieleabende für das Kind zur echten Qual werden.

Geduldig, nicht zu nachgiebig sein

Auch Geduld zu haben ist manchmal schwer. Es ist wichtig, denn nur so bleibt das Verhältnis zwischen Eltern und Kindern gleichbleibend entspannt. Väter oder Mütter, die bei der Kindererziehung zu schnell ungeduldig werden, benötigen meist sehr viel mehr Zeit, um zum Ziel zu kommen, als geduldige Eltern. Außerdem ist es wichtig, auf die Persönlichkeit des Kindes zu achten. Viele Kinder begreifen alles sehr schnell, andere benötigen mehrmalige Erklärungen und mehr Zeit. Deswegen ist es gut, einen Zeitplan für gewisse Dinge abzustecken, der immer einen gewissen Spielraum lässt.

Das gilt für alle Situationen, die täglich anfallen. Sei es das Aufräumen des eigenen Zimmers, das gemeinsame Essen, ein Besuch beim Arzt oder das gemeinsame Einkaufen mit dem Kind. Ganz besonders wichtig ist Geduld dann, wenn Eltern dem Kind etwas erklären. Hier ist sehr oft sehr viel Geduld gefragt. Vielleicht versteht das Kind nicht, was Vater oder Mutter ihm sagen möchten, oder diese drücken sich falsch aus. Mit Geduld und Einfühlungsvermögen erreicht man auch etwas verspätet sein Ziel noch.

Grenzen setzen

Grenzen sind wichtig, damit sich Kinder orientieren können. Alle Erziehungsstile besitzen Regeln und Grenzen, die mehr oder weniger stark ausgeübt werden. Kinder, die von den Eltern keinerlei Grenzen gesetzt bekommen, wirken oft hilflos und verlieren sich in ihrer eigenen Welt. Deswegen ist es wichtig, nicht zu viele, dafür sinnvolle Grenzen zu setzen. Darf das Kind zum Beispiel länger als üblich aufbleiben, dann ist es wichtig, ihm eine genaue Uhrzeit zu nennen, zu der es sich dann ins Bett legen muss. Ein älteres Kind darf in den Ferien oder an den Wochenenden länger draußen bleiben, muss spätestens zu der verabredeten Zeit zu Hause sein.

Natürlich können Grenzen auch ganz flexibel eingesetzt werden. Dies kann beim Erledigen der Hausaufgaben der Fall sein, oder dann, wenn das Kind eine ganz besondere Bitte hat. Hilfreich ist dies zum Beispiel beim Einkaufen. Das Kind darf sich maximal ein Teil aussuchen, dieses darf einen bestimmten Betrag nicht überschreiten. Auch im Umgang mit fremden Menschen ist es wichtig, dem Kind Grenzen zu setzen. Sie helfen dem Kind ähnlich wie ein roter Faden, und leiten es durch sein Leben.

Konsequenz zeigen

Nichts ist bei der Erziehung schlimmer, als inkonsequent zu sein. Kinder merken sehr schnell, wenn Vater oder Mutter nachgiebig sind und sich nicht an das halten, was vorher klar und deutlich gesagt wurde. Folgt ein wenn - dann, sollten sie dieses auch einhalten. Das Gleiche gilt für ständige Wiederholungen. Sagen Erwachsene zigmal, dass das Kind sein Zimmer aufräumen soll, beim zu Bett gehen immer noch Chaos herrscht, hört das Kind gar nicht mehr hin. Zeigen Vater oder Mutter daraufhin keine Konsequenz an, sieht das Kind keinen Grund, sein Zimmer aufzuräumen. Dies gilt ganz besonders für Situationen, die sich täglich oder oft wiederholen. Nur dann, wenn beide die vorher besprochene Konsequenz auch einhalten, wird das Kind bereit sein, sich an die vereinbarten Regeln zu halten.

Natürlich fungieren die Eltern in diesem Fall auch selbst als Vorbild. Dinge, die sie sich fest vornehmen nicht erledigen, fallen ebenfalls in diese Kategorie. So kann das Kind ein inkonsequentes Verhalten zum einen bei den Eltern selbst, zum anderen auch durch das eigene Verhalten erfahren. Erinnert das Kind einen selbst an das was man vorhatte, sollte man sich kurz für den Hinweis bedanken und dann zeigen, das Konsequenz gar nichts Schlimmes ist. Weder für Vater oder Mutter, noch für den Nachwuchs.

Verständnis zeigen und fordern

Verständnis ist in allen Situationen gefordert. Kinder haben eine vollkommen andere Auffassung von Dingen und Situationen wie Erwachsene. Sie können manches einfach nicht verstehen und brauchen daher verständnisvolle Eltern, welche ihnen alles geduldig erklären. Kleine Kinder werden bei mangelndem Verständnis oft bockig und weigern sich, indem sie immer wieder "nein" sagen. Teenager hingegen wehren sich anders. Sie wenden sich von Vater oder Mutter ab, suchen sich andere Bezugspersonen wie Freunde, Lehrer oder andere gleichaltrige Personen. Verständnis ist immer dann gefragt, wenn das Kind selbst nicht mehr weiter weiß oder kann. Dies kann bei Krankheit der Fall sein, bei Problemen in der Schule auch bei ganz vielen anderen Situationen.

Allerdings muss das Kind auch lernen für Andere Verständnis aufzubringen. Das kann den Eltern gegenüber sein, Freunden oder anderen Personen. Möchte ein anderes Kind nicht spielen, muss Verständnis da sein und die Fähigkeit, dieses zu respektieren. auch dann, wenn die Eltern gerade einmal keine Zeit haben, muss dem Kind beigebracht werden, dafür Verständnis zu haben. Damit dies leichter gelingt, sollten Vater oder Mutter dem Kind einen Zeitpunkt oder etwas anderes nennen, an dem es sich orientieren kann.

Belohnung und Bestrafung

Belohnung und Bestrafung sollten eher sparsam als zu großzügig verwendet werden. Zudem sollten sie immer der jeweiligen Situation angepasst und nicht übertrieben sein. Belohnt man das Kind, dann reicht oft schon ein liebes Wort oder ein über den Kopf streicheln aus. Generell sollten Vater oder Mutter ganz normal Dinge, wie Zähneputzen, Hausaufgaben und ähnliches zwar für gut befinden, nicht zu sehr loben, da sie eben ein fester Bestandteil im Alltag und somit im Leben sind. Vergleichen kann man diese Situationen mit der Hausarbeit oder dem Job - dafür werden Erwachsene auch nicht jeden Tag gelobt. Ein richtig ausgesprochenes Lob kann das Kind in seinem guten Verhalten bestärken und ermutigen.

Beim Bestrafen gilt das Gleiche. Strafen machen nur dann einen Sinn, wenn sie zeitnah und im richtigen Verhältnis ausgesprochen werden. Ein völliges Spielverbot mit Freunden, wochenlanger Stubenarrest oder Taschengeldentzug haben zwar eine Wirkung, bringen sehr wahrscheinlich nicht den Erfolg, den die Erwachsenen mit der Erziehung erreichen möchten. Kommt das Kind eine Stunde zu spät vom Spielen nach Hause, ist es eine gute Lösung, wenn es diese Stunde zur Strafe am nächsten Tag von seiner Spielzeit abgezogen bekommt. So lernt es zum einen Pünktlichkeit, und hat zum anderen die negative Konsequenz für das Verhalten sehr zeitnah vermittelt bekommen.

Etikette und Moral vermitteln

Zuerst lernt das Kind, welches Verhalten zu Hause gewünscht ist, und welches Verhalten die Eltern nicht mögen. Es lernt, Vater oder Mutter zu respektieren, weiß wie es sich benehmen muss, und bekommt nach und nach verschiedene Werte vermittelt. Tischmanieren, sich richtig anzuziehen, Körperpflege und ähnliches gehören ebenso zur Kindererziehung. Erst dann, wenn das Kind dieses im eigenen Umfeld gelernt hat, kann es sein Verhalten auch außerhalb zeigen. Es lernt, fremden Menschen einen Gruß zu erwidern, und es weiß, wie weit es woanders gehen kann. Auch ein schlechtes Gewissen wird sich zeigen, falls das Kind wissentlich etwas falsch gemacht hat.

Diese Etikette und auch ein moralisch richtiges Verhalten sind wichtig, damit sich das Kind immer wieder in die Gesellschaft integrieren kann. Dazu muss es wissen, was falsch und was richtig ist. Weiß das Kind, dass man nicht Stehlen darf, wird es schnell ein schlechtes Gewissen bekommen, wenn es diesen Fehler gemacht hat. Sagt es dann die Wahrheit, sollte die Strafe nicht zu schwer sein. Immerhin hat das Kind sein Fehlverhalten erkannt und seinen Fehler zugegen. Diesen Schritt sollten Vater oder Mutter loben, und für das Fehlverhalten eine negative Konsequenz folgen lassen.

Zeit für die Kinder nehmen

Zeit ist ebenfalls ein wichtiger Faktor in der Erziehung. Auch wenn diese oft knapp ist, müssen Vater oder Mutter bereit sein, ihre wenige Zeit in erster Linie dem Kind zu widmen. Das gilt für gemeinsame Spiele, beim Essen und in allen anderen täglichen Situationen. Eltern, die oft unter Stress stehen, neigen leider dazu schnell zu sagen, dass sie jetzt keine Zeit haben. Dem Kind ist es wichtig, denn es hat vielleicht noch nicht gelernt zu warten, und braucht die Erziehungsberechtigten in diesem Moment dringend. Zudem merkt das Kind schnell, wenn Erwachsene in Eile sind, ständig auf die Uhr gucken oder vielleicht sogar versuchen, ein gemeinsames Spiel oder das Vorlesen schneller zu beenden.

Deswegen sollte man immer etwas mehr Zeit als üblich einplanen. In der Erziehung des Nachwuchses wird es sich lohnen, denn auch diese müssen erst lernen, dass man nicht immer so viel Zeit hat, wie man gerne haben möchte. Festgelegte Rituale oder gemeinsame Unternehmungen sollten darunter niemals leiden. Eine gute Planung und eine ordentliche Tagesstruktur sind hilfreich für Vater oder Mutter und gut für das Kind. Bleibt dann mehr Zeit als gedacht übrig, wird sich das Kind umso mehr freuen. Sicherlich ist das oft schwer. Gerade berufstätige Mütter oder Väter, die zwischen Familie und Beruf hin und her springen, finden kaum Zeit für sich selbst. Erst am Abend, wenn die Kinder schlafen, haben die beiden ein wenig Zeit für sich selbst.

Tipps für Alleinerziehende

Ein Kind alleine zu erziehen ist schwer und anstrengend. Dennoch können alleinerziehende Teile ebenso glücklich sein wie andere. Wichtig ist, den Alltag gut zu organisieren, sich Hilfe zu holen und sich selbst einmal etwas zu gönnen. Auch wenn man als alleinerziehender Teil den stressigen Alltag ohne Partner meistern muss, hat die Situation etwas Positives. Alleinerziehende können alle Erziehungsfragen selbst entscheiden und oft bleibt mehr Zeit für sich selbst. Den Tag schon im Voraus planen bringt zusätzliche Entlastung.

Fehlt ein fester Partner an der Seite, dann sollten sich alleinerziehende Unterstützung bei Freunden und Familienangehörigen suchen. Dort finden sie nicht nur Hilfe, sondern können sich auch gleichzeitig austauschen, gemeinsam etwas unternehmen und haben nebenbei etwas Ablenkung vom Alltag. Gerade dann, wenn der Alleinerziehende zusätzlich noch berufstätig ist, sollte eine zweite Bezugsperson vorhanden sein. Diese kann sich um das Kind kümmern wenn es krank ist, sodass Vater oder Mutter ihrer geregelten Arbeit nachgehen können.

Auch finanzielle Hilfe kann von Alleinerziehenden in Anspruch genommen werden. Neben dem Kindergeld besteht die Möglichkeit, Elterngeld, Kinderzuschlag, Wohngeld oder ähnliche finanzielle Mittel zu beantragen. Natürlich ist der andere Teil dem Kind gegenüber unterhaltspflichtig. Um hierzu nähere Informationen zu bekommen, können sich alleinerziehende Mütter und Väter kostenlos beraten lassen. Natürlich steht dabei auch das Jugendamt hilfreich zur Seite.

Elternteile, die ein Kind ohne Partner erziehen, übernehmen fast die gesamte Erziehung alleine. Deswegen ist es wichtig, sich selbst ein wenig Zeit zu gönnen. Einmal am Tag zur Ruhe kommen, tief durchatmen und nur etwas für sich selbst tun, das ist wichtig. Zusätzliche Möglichkeiten der Erholung sind Mutter-Kind-Kuren. Bieten sich Freunde oder die Großeltern als Babysitter an, sollten Alleinerziehende dieses Angebot ohne schlechtes Gewissen annehmen.

Wenn die Kinder älter werden

Im Laufe der Zeit wird sich der Alltag ändern. Dieser Prozess ist völlig normal, erfordert immer wieder Flexibilität von Vater oder Mutter. Im Kindergarten finden sie erste Freunde, möchten dort spielen gehen, oder bringen die Freunde mit nach Hause. Oft fühlen sich Eltern dann fälschlicherweise zurückgestoßen. Die Kleinen spielen plötzlich lieber woanders als zu Hause, finden dort alles viel besser usw. Dies ist ein völlig normaler Entwicklungsprozess, der für das Kind sehr wichtig ist.

Natürlich wird das Kind auch seine eigene Meinung vertreten wollen. Kommt es ins Teenageralter, dann zeigen sich schon bald die nächsten Veränderungen. Hier ist es wichtig, dass Vater oder Mutter möglichst offen mit dem Kind reden, Verständnis aufbringen, dabei trotzdem klare Grenzen setzen. Das Kind versucht, sich in dieser Phase selbst zu findet, und entdeckt immer wieder neue Seiten, die den Erwachsenen oft nicht passen. Egal, wie alt das Kind ist - Verständnis, Zuhören und geduldiges Anleiten sind immer wichtige Faktoren bei der Erziehung.

Erziehungsprobleme in der Pubertät

Das Kind verändert sich jetzt nicht nur äußerlich, sondern auch innerlich. Die eigene Persönlichkeit prägt sich und kann sich zu diesem Zeitpunkt noch einmal stark verändern. Gerade das macht es für das Kind schwer, sich in der Pubertät zurechtzufinden. Sie orientieren sich jetzt nicht mehr an den Eltern, sondern oft an Freunden. Sie ahmen deren Aussehen nach und verfallen oft in die gleiche Sprache. In der Pubertät erkennen Vater oder Mutter das eigene Kind oft nicht wieder. Es ist wichtig, ihm diese Zeit der Selbstfindung zu lassen. Gefärbte Haare, ein anderer Kleidungsstil und auch die Sprache der Teenager gehören dazu.

Üben die Erwachsenen jetzt zu viel Druck aus, wird sich das Kind immer weiter abwenden. Daher ist es wichtige, den Kontakt nicht zu verlieren. Dazu gehört auch, dass Vater oder Mutter immer wieder zuhören, Interesse zeigen und sich natürlich auch für die Freunde und die Hobbys des Kindes interessieren. Und zwar auch dann, wenn diese mit den eigenen Vorstellungen nicht übereinstimmen. So wie bei jedem der Erziehungsstile sind auch während der Pubertät Grenzen und Regeln sehr wichtig. Diese sind nun vollkommen anders und sollten so abgesteckt werden, dass das Kind und die Erziehungsberechtigten damit zufrieden sind.

Nun müssen Vater und Mutter lernen, immer mehr Rücksicht zu nehmen. Das Kind möchte seine Privatsphäre im Zimmer haben. Oft wird nun die Türe geschlossen und mit Freunden über Dinge geredet, die die Eltern nichts angehen. Das Kind hat seine Geheimnisse vor den beiden, denn auch das ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zum erwachsen sein. Oft zeigen sich gerade in dieser Entwicklungsphase die ersten wirklichen Schwierigkeiten. Alkohol, Drogen und ähnliches können zum Thema während der Pubertät werden. Haben die Teenager immer nur Verbote, niemals Erklärungen bekommen, sind die Probleme oft zu groß, um von den Erwachsenen innerhalb der Familie gelöst zu werden. Dann ist professionelle Hilfe von außen gefragt, die unterstützend in die Erziehung eingreift.

Erziehung zur Selbstständigkeit

Wer sein Kind erst im Teenageralter zur Selbstständigkeit erziehen möchte, der wird sehr große Schwierigkeiten bekommen. Schon kleine Kinder können lernen, gewisse Dinge selbst zu erledigen. Geht das Kind in den Kindergarten, sollte es mit Hilfe der Eltern lernen, sich selbst anzuziehen, die Zähne zu putzen usw. Wird das Kind dann langsam älter, kommen weiter Aufgaben dazu. Selbstständig die Hausaufgaben erledigen, die von den Erziehungsberechtigten dann nur noch auf Vollständigkeit kontrolliert werden, kleine Einkäufe und Besorgungen können übernommen werden, das Kind kann das Haustier versorgen usw.

Je früher die Kids zur Selbstständigkeit erzogen werden, desto besser. Sie lernen Verantwortung zu übernehmen, können wichtige von eher unwichtigen Aufgaben unterscheiden und wissen so früh genug, dass es Sachen gibt, die trotz Unlust erledigt werden müssen. Natürlich kann das Kind auch später dazu angeleitet werden. Wurden ihm jahrelang alle Aufgaben von dem Vater oder der Mutter abgenommen, können diese die Veränderung nur schwer erklären und kaum noch verständlich machen. Oft möchten schon kleine Kinder bestimmte Aufgaben übernehmen. Dann ist es wichtig, dass die Eltern dem Kind die Chance geben, dieses zu versuchen. Vielleicht lassen sich auch leichte Aufgaben, die bis dahin vom Vater oder der Mutter übernommen wurde, dem Kind übertragen. Diese Selbstständigkeit und auch die Verantwortung stärken das Kind, wenn es die Aufgabe erfolgreich meistern kann.

6.3 Kontakt zu Lehrern und Eltern der Freunde

Gespräche in der Schule sind wichtig. Entweder gibt es festgelegte Abende, oder die Erziehungsberechtigten werden in die Schule gebeten, wenn das Kind Probleme in der Schule hat. Auch diese Gespräche zwischen Erziehungsberechtigten und Lehrern sind nicht immer einfach. Viele fühlen sich angegriffen, wenn Lehrer am eigenen Kind Kritik äußern. Schließlich sieht der Lehrer das Kind nur wenige Stunden am Tag. Allerdings erlebt er es in einem vollkommen anderen Umfeld. Wichtig ist es, dass beide Seite offen ihre Meinung sagen können, und im Interesse des Kindes eine gute Lösung gefunden werden kann.

Verschlechtern sich die Noten, ist die Versetzung gefährdet oder schwänzen Kinder öfters die Schule, sollte der Kontakt zwischen den Erziehungsberechtigten und Lehrern sehr eng sein. Ein kurzes Telefonat täglich reicht aus, um immer über das aktuelle Geschehen informiert zu sein. Zudem weiß das Kind so, dass der Lehrer umgehend die Erziehungsberechtigten informiert. Hilfreich bei der Erziehung ist auch der Kontakt zu anderen Vätern und Müttern. Hat das Kind einen besten Freund oder eine beste Freundin, sollten sich auch die Erwachsenen kennenlernen. So profitieren nicht nur die Kinder, sondern auch die Erwachsenen von der Situation, da auch hier in der Regel ein guter Austausch stattfindet, und sie sich untereinander nicht selten anfreunden.

Sexuelle Aufklärung

Die sexuelle Aufklärung des Kindes sollte bei der Erziehung nicht zu spät beginnen. Wer sein Kind erst im Teenageralter aufklärt, der wird sicherlich zu spät sein. Bereits kleine Kinder, die den Unterschied zwischen Mädchen und Jungen kennen, können altersgerecht aufgeklärt werden. Sicherlich fragen viele, wie die Babys in den Bauch kommen. Hier sollten Vater oder Mutter nicht dem Thema ausweichen, denn auch Scham wäre am falschen Platz. Dem Kind in diesem Alter zu sagen, dass ein Kind entsteht, wenn sich ein Mann und eine Frau sehr lieb haben, reicht dem Kind als Antwort oft schon aus.

Besucht das Kind den Kindergarten oder die Grundschule, wird es auch hier bereits mit diesem Thema konfrontiert. Zahlreiche Bücher, die dem Sprössling eine altersgerechte Antwort geben, sind bei dem Thema sexuelle Aufklärung ebenfalls hilfreich. Sehr wichtig ist die sexuelle Aufklärung bevor das Kind in die Pubertät kommt oder wenn es sich bereits in dieser Phase befindet. Die Teenies sollten über Schwangerschaft, Geschlechtskrankheiten, Ansteckungsgefahren und Verhütung Bescheid wissen. Nur Erwachsene, die bei der Erziehung offen mit dem Kind über dieses Thema reden, können ihm die nötigen Dinge erklären.

Dabei dürfen Vater oder Mutter dem Kind das Thema nicht aufzwingen. Auch dann, wenn Freunde dabei sind, sollte besser geschwiegen werden. Kommt der Nachwuchs mit Fragen diesbezüglich auf die Erwachsenen zu, sollten diese sich ausreichend Zeit nehmen, und alle Fragen so genau wie möglich beantworten. Zusätzlich gibt es spezielle Beratungsstellen für Teenager. Denn auch für das Kind ist es nicht immer leicht, gerade mit den Eltern über die erste Liebe oder Sexualität zu reden. Wird das Thema verschwiegen, und in der Schule findet kein Aufklärungsunterricht statt, hat das Kind niemanden, der ihm bei diesem Thema mit Rat und Tat zur Seite steht.

Sachliche Aufklärung über Alkohol und Drogen

Unter Freunden ist das Angeben mit Drogen oder Alkohol in dieser Phase der Entwicklung völlig normal. Man möchte sich gegenseitig übertrumpfen und gibt oft mit Dingen an, die man in Wirklichkeit gar nicht gemacht hat. Dennoch sterben jedes Jahr viele Teenager an Drogen- oder Alkoholmissbrauch. Hier ist es die Aufgabe der Erziehungsberechtigten, rechtzeitig über dieses Thema zu reden und Erklärungen zu geben. Verbote auszusprechen, die keinerlei Begründung enthalten, macht keinen Sinn. Es ist wichtig, dass dem Kind gezeigt und erklärt wird, welche Folgen Alkohol und Drogen haben können.

Dazu gehört zum einen die Abhängigkeit, zum anderen auch die einzelnen Schritte, mit denen eine Abhängigkeit beginnt. Das Kind muss wissen, das Bier ebenso abhängig machen kann wie Zigaretten und Drogen. Wer als Jugendlicher damit prahlt, dass ein Joint nicht schlimm sei, der sollte wissen, dass diese Einstiegsdroge schnell zu anderen Drogen verleitet. Hilfreich ist auch hier eine spezielle Drogenberatungsstelle die sich nur um Jugendliche kümmert. Geschultes Personal und Streetworker mit viel realer Erfahrung klären die Teenager auf und können ihnen mit Bildern und Anschauungsmaterial helfen.

Hilfe bei Erziehungsproblemen

Auch wenn Vater oder Mutter noch so verständnisvoll sind, kann es bei der Erziehung zu Problemen kommen. Ist eine Familie erst einmal an dem Punkt angekommen, fühlen sich viele Erwachsene als Versager. Einige haben zudem auch Angst und nehmen keine Hilfe in Anspruch. Das ist der völlig falsche Weg. Hilfe von außen in Anspruch zu nehmen ist ein Zeichen dafür, dass Vater oder Mutter gewillt sind, die Lage zu ändern und zu verbessern. Es gibt viele Anlaufstellen, die Eltern und Kindern gleichermaßen zur Seite stehen und Konflikte lösen können.

Jugendamt

Das Jugendamt ist allen Vätern und Müttern bekannt. Bei Problemen wird es am häufigsten kontaktiert. Dabei hilft es nicht nur bei Konflikten oder Problemen, sondern steht alleinerziehenden Vätern oder Müttern auch bei Unterhaltsfragen oder ähnlichem bei. In einigen Fällen wird das Jugendamt auch von der Schule eingeschaltet. Dies ist immer dann der Fall, wenn Kinder über einen längeren Zeitraum die Schule schwänzen. Haben Erwachsene bei der Erziehung Probleme, können sie vorerst auch telefonisch, und bei einigen Ämtern sogar anonym, einen Rat suchen. Viele befürchten, dass man ihnen die Kinder wegnimmt. Dies passiert nur dann, wenn das Kindeswohl gefährdet ist.

Das Jugendamt bietet Beratungsgespräche, stellt Haushalts- und Erziehungshilfen, gewährt den Eltern eine Tagesbetreuung für das Kind und hat viele weitere Möglichkeiten, um individuell helfen zu können. Auch Jugendpfleger, die in erster Linie Ansprechpartner für das Kind sind, werden vom Jugendamt vermittelt. Diese reden sogar mit den Lehrern, schauen sich den Unterricht an und versuchen im gemeinsamen Gespräch zwischen allen Beteiligten zu vermitteln und eine Lösung zu finden. Eskaliert die Situation, oder kümmern sich Vater oder Mutter nicht um das Kind, kann dieses zum eigenen Schutz durch das Jugendamt in einer Einrichtung untergebracht werden.

Familienberatung

Pro Familia ist die bekannteste Beratungsstelle für Familien. Sie gehört nicht zum Jugendamt, sondern berät Familien mit Problemen selbstständig. Daher suchen viele Väter oder Mütter und Kinder hier zuerst Hilfe. Eine Familienberatungsstelle wird sich immer mit jedem einzelnen Familienmitglied unterhalten, und erst dann ein gemeinsames Gespräch mit allen beteiligten suchen. Geschultes Personal ist dabei sehr hilfreich, da im Beisein einer fremden Person das Gespräch richtig geleitet wird, wodurch Streitereien oder gar Beschimpfungen ausbleiben.

Beraten werden Eltern und Teenager, auch beide Parteien einzeln. Vater oder Mutter, die bei der Kindererziehung Schwierigkeiten haben, können sich ebenso an diese Stelle wenden wie Teenager, die sich von den Erwachsenen unverstanden fühlen. Pro Familia und auch andere Beratungsstellen dieser Art haben die Möglichkeit, weitere Hilfen zu beantragen und kann dann natürlich auch mit dem Jugendamt zusammenarbeiten.

Psychologen

Mit einem Besuch beim Psychologen ist es ebenso, wie dem Jugendamt. Viele scheuen sich oder haben Scham, diese Hilfe in Anspruch zu nehmen. Es ist wichtig, dass sich Eltern und auch die Kinder, immer dann professionelle Hilfe suchen, wenn sich Probleme und Konflikte nicht von selbst innerhalb der Familie lösen lassen. Psychologen können nicht nur analysieren, sondern wissen nach mehreren Gesprächen ganz genau, wo der Kernpunkt der Probleme liegt. Sie können dann eine Therapie vorschlagen, die aus Gesprächen besteht und jedem einzelnen Familienmitglied hilft. Die Familie rückt wieder näher zusammen, wodurch man auch zu Hause wieder in der Lage ist, miteinander zu reden. Psychologen arbeiten auch mit anderen Beratungsstellen zusammen, oder werden zum Beispiel vom Jugendamt vermittelt. Vater oder Mutter haben generell die Wahl, zu welchem Psychologen sie gehen möchten, denn ohne Vertrauen und Sympathie wird eine psychologische Hilfe keinen Erfolg bringen.

Fazit

Kinder sind etwas sehr Schönes im Leben. Sie bereichern den Alltag und fast jedes Paar wünscht sich früher oder später ein eigenes Kind. Allerdings machen Kinder auch viel Arbeit. Der kleine Mensch braucht Fürsorge, Liebe, Aufmerksamkeit, Zuwendung und eine gute Erziehung, damit er zu einem gesunden und selbstbewussten Menschen heranwachsen kann. Dabei gibt es kein Alter, das perfekt zum Kinderkriegen ist. Eine junge Mutter kann ebenso verantwortungsvoll sein wie eine ältere Mutter. Dabei kommt es immer auf die eigenen Werte und die eigene Persönlichkeit der Erziehungsberechtigten an.

Ein stabiles Umfeld, ausreichend eigene Lebenserfahrung und ein geregeltes Einkommen bieten der Familie Sicherheit. Allerdings sind sie keine Garantie. Arme und reiche Eltern können Kinder beider maßen gut großziehen. Vater oder Mutter müssen geduldig sein, die eigenen Bedürfnisse zurück drehen und sich gerade in den ersten Jahren vollkommen auf den neuen Erdenbürger einstellen. Frauen, die sich zuerst beruflich etwas aufbauen wollen, werden später Mutter. Ist das klassische Familienmodell die erste Wahl, kann die junge Mutter sich zu Hause um die Kinder kümmern, während der Vater das Geld für seine kleine Familie verdient.

Den richtigen Zeitpunkt für die Familiengründung zu finden ist fast unmöglich. Eine sehr wichtige Rolle spielt dabei die eigene Reife. Es gibt viele Frauen, die mit 40 gerne noch ihr eigenes Leben leben möchten, die sehr viel unternehmen und sich das Muttersein gar nicht vorstellen können. Andere hingegen sind schon mit jungen Jahren sehr reif. Sie gehen vielleicht noch zur Schule oder der Uni, haben genügend Verantwortungsbewusstsein, um sich zusätzlich um ein Kind zu kümmern. Hat man sich einmal dazu entschieden, tragen Eltern nicht nur für 18 Jahre die Verantwortung. Das eigene Kind bleibt immer ein Kind, das die Mutter und den Vater auch im späteren Leben noch benötigt.

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