Hormontherapie Kinderwunsch

Unerfüllter Kinderwunsch - letzte Hoffnung Hormontherapie?

Viele Prozesse im Körper werden von Hormonen gesteuert, besonders bei der Fortpflanzung spielen sie eine entscheidende Rolle. So erfüllen die Geschlechtshormone viele wichtige Aufgaben: Sie lösen den Eisprung aus, sorgen für die Reifung der Eibläschen und lassen die Gebärmutterschleimhaut wachsen. Auch das Einnisten der befruchteten Eizelle in der Gebärmutter wird hormonell gesteuert. Bei Störungen des Hormonhaushaltes funktionieren all diese Abläufe nicht mehr reibungslos. Hormonstörungen gehören zu den häufigsten Ursachen für einen unerfüllten Kinderwunsch.

Mit einer Hormonbehandlung kann der Kinderwunsch Wirklichkeit werden.

Kinderwunsch

Meist sind es Frauen um die 30 oder älter, die sich für eine Hormontherapie bei Kinderwunsch entscheiden, was einerseits an der modernen Familienplanung liegt, die den Kinderwunsch bei vielen Paaren um mehrere Jahre verschiebt und zum anderen - damit einhergehend - die abnehmende Fruchtbarkeit, die bei Frauen ab etwa 35 Jahren, bei Männern ab dem 40. Lebensjahr einsetzt.

Hormontherapie bei Kinderwunsch
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Bleibt der sehnliche Kinderwunsch unerfüllt, werden zunächst eventuelle Ursachen beim Mann wie bei der Frau gesucht.

Bleibt der sehnliche Kinderwunsch unerfüllt, werden zunächst eventuelle Ursachen beim Mann wie bei der Frau gesucht. Ehe eine hormonelle Therapie verordnet werden kann, muss eine gründliche Untersuchung beider Partner erfolgen. In vielen Fällen liegt bei einer der beteiligten Personen eine Störung des Hormonhaushaltes vor, die der Arzt durch eine spezielle Hormontherapie behandeln kann. Bei dieser Behandlungsmethode liegt die Erfolgsrate für eine Schwangerschaft bei rund 30 Prozent, wird zusätzlich noch eine künstliche Befruchtung vorgenommen, erhöht sich diese Rate auf ca. 38 Prozent.

Die eingehende Diagnostik

Stellt der Arzt beim Mann durch die Bestimmung Blutwerte einen Hormonmangel fest, kann dies Grund für eine hormonell zu behandelnde Hoden-Unterfunktion sein. Bei der Frau wird zu Diagnose-Beginn eine Beobachtung des Zyklus vorgenommen und mithilfe von Ultraschalluntersuchungen sowie der Bestimmung der Hormonwerte eine eingehende Untersuchung vorgenommen. Viele Frauen leiden unter Unregelmäßigkeiten im Zyklus oder einer Gelbkörperschwäche, auch ein ausbleibender Eisprung oder ein polyzystisches Ovarsyndrom kann der Mediziner während der Diagnostik erkennen. Weiterhin kann ebenso eine Fehlfunktion der Schilddrüse Auslöser für die Hormonstörung sein.

Clomifen, Gelbkörperhormon & Co.

Die ovarielle Stimulation soll die Eierstöcke anregen, damit eine bessere Reifung der Eizellen erfolgt. Zu den Hormonen mit stimulierender Wirkung auf die Eizellreifung zählen Clomifen, das follikelstimulierende Hormon FSH und das Hormon HMG (Humanes Menopausengonadotropin). Während Clomifen in Tablettenform verordnet wird, erfolgt die Verabreichung der anderen Hormone mittels Spritze. Per Zyklusmonitoring prüft der Arzt die Reifung der Eizellen und kann zum geeigneten Zeitpunkt das Hormon HCG (Humanes Choriongonadotropin) spritzen, welches zur Auslösung des Eisprunges eingesetzt wird. Das Hormon Progesteron bereitet die Schleimhaut der Gebärmutter auf die Einnistung der befruchteten Eizelle vor. Um das Auftreten von unangenehmen Nebenwirkungen zu vermindern, wird die Dosierung der Hormone durch den behandelnden Arzt explizit auf die jeweilige Problematik abgestimmt. Die Behandlung mittels einer Hormontherapie erfolgt ausschließlich unter ärztlicher Kontrolle.

Hormontherapie in Verbindung mit Insemination oder In-vitro-Fertilisation

In vielen Fällen ist eine hormonelle Therapie die Vorstufe zu einer sogenannten künstlichen Befruchtung, um beispielsweise mit dem Hormon FSH eine Verbesserung der Eizellreifung zu erreichen. Eine Insemination wird vielfach bei einer schlechten Spermienqualität in Betracht gezogen. Hier werden die Samenzellen durch den Arzt in die Gebärmutterhöhle der Frau in die Nähe der befruchtungsfähigen Eizelle gebracht. Bei der In-vitro-Fertilisation (IVF) erfolgt die Befruchtung im Reagenzglas mit anschließender Einpflanzung der Embryonen in die Gebärmutter.

Die möglichen Risiken

Bei der Behandlung mit Hormonpräparaten können unterschiedliche Nebenwirkungen auftreten. Neben allergischen Reaktionen, Kopfschmerzen oder Übelkeit kann die Gabe von höheren Hormondosierungen zu einer Mehrlingsschwangerschaft führen. Mehrere Eizellen reifen heran und können gleichzeitig befruchtet werden. Je mehr Föten sich im Mutterleib entwickeln, umso höher sind die gesundheitlichen Risiken für Mutter und Kinder. Des Weiteren kann es bei rund ein bis fünf Prozent der behandelten Frauen zu einem ovariellen Überstimulationssyndrom (OHSS) kommen. Die Eierstöcke erhalten durch die Hormone eine zu hohe Stimulation und vergrößern sich. Durch die entstehende Hormonüberproduktion der Eierstöcke entstehen zu viele sowie zu große Eibläschen. Die betroffenen Frauen leiden unter einem aufgeblähten Bauch, Übelkeit, Bauchschmerzen und Erbrechen. Da dieses Syndrom in Einzelfällen lebensbedrohlich sein kann, sollte umgehen ein Arzt verständigt werden.

Bei Kinderwunsch eine Hormontherapie durchzuführen, erfordert insbesondere von den Frauen viel Geduld und zahlreiche Arztbesuche und ist nicht selten auch psychisch extrem belastend. So entwickelt fast die Hälfte der Frauen nach einer erfolglosen Behandlung eine Depression. Ob die Therapie tatsächlich Erfolg bring, hängt auch stark von den individuellen Störungen des Hormonhaushaltes ab.

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