Geburtsvorbereitung

Ratgeber zur Geburtsvorbereitung

Die Geburtsvorbereitung ist für werdenden Eltern etwas ganz Besonderes - deutet sie doch ganz konkret darauf hin, dass bald das Leben eines Paares durch die Geburt eines neuen Familienmitglieds bereichert wird. Vor allem beim ersten Kind fragen sich Eltern: Worauf muss ich bei der Geburtsvorbereitung überhaupt achten? Was dürfen wir auf keinen Fall vergessen?

Schwangerschaft

Beim Thema Geburtsvorbereitung spielen vor allem drei Aspekte eine Rolle: Die Wahl eines Geburtsvorbereitungskurses, einer Hebamme und einer Geburtsklinik.

Geburtsvorbereitung
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Geburtsvorbereitungskurse werden in allen Gemeinden in unterschiedlichen Variationen angeboten.

Geburtsvorbereitungskurse werden in allen Gemeinden in unterschiedlichen Variationen angeboten. Bei manchen Kursen liegen die Schwerpunkte eher auf gymnastischen Übungen und der körperlichen Vorbereitung auf die Geburt. In solche Kurse fließen seit einiger Zeit auch zahlreiche Yoga-Übungen mit ein, da Yoga viel dazu beitragen kann, den eigenen Körper besser verstehen und kontrollieren zu können. Zu Yoga gehört auch die richtige Atmung - und die richtige Atmung ist wiederum beim Geburtsvorgang von zentraler Bedeutung. Spezielle Yoga-Übungen für Schwangere kräftigen das Becken und den Beckenboden und halten den Körper elastisch. Yoga-Kurse für Schwangere werden meist von einer Yoga-Lehrerin und einer Hebamme gemeinsam durchgeführt und sind in der Regel nur für die werdenden Mütter gedacht. Neben den Übungen darf auch der Theorie-Teil nicht zu kurz ausfallen: Die anwesende Hebamme erklärt wesentliche Punkte rund um die Geburt und die Geburtsvorbereitung.

Andere Kurse legen mehr Wert auf den Theorieteil. Hier werden meist auch die Väter mit eingebunden und können lernen, wie sie ihre Frau bei der Geburt unterstützen können, wie man ein Neugeborenes richtig hält und vieles mehr.

Beide Formen von Geburtsvorbereitungskursen können werdenden Eltern helfen, sich auf das nahende Ereignis vorzubereiten und eventuelle Befürchtungen auszuräumen. Die Kosten für die Kurse werden zum Großteil von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt.

Die Wahl der Hebamme und der Geburtsklinik

Auch um eine Hebamme sollten sich werdende Eltern rechtzeitig bemühen. Auch wer keine Hausgeburt plant, darf und soll ihre Hilfe in Anspruch nehmen: Die Krankenkasse zahlt zehn, in manchen Fällen auch mehr Hausbesuche einer Hebamme nach der Geburt. Sie gibt beispielsweise Tipps für die Säuglingspflege oder fürs Stillen. Zudem wiegt sie den Säugling regelmäßig und überprüft, ob sein Nabel richtig ausheilt. Eltern sollten sich rechtzeitig über Hebammen in ihrer Gemeinde oder in der Nähe informieren und schon einige Monate vor der Geburt erste Kontakte knüpfen: Wird die Hebamme kurzfristig kontaktiert, kann es sein, dass sie schon ausgebucht ist. Wer eine Hausgeburt plant, wird sich sowieso frühzeitig mit einer Hebamme in Verbindung setzen, damit Mutter und Geburtshelferin sich bereits vor der Geburt kennen lernen und wichtige Details besprechen können.

Wer keine Hausgeburt plant, möchte entweder in einer Geburtsklinik oder in einem Geburtshaus entbinden, wobei die Geburtshäuser in der Regel zur Klinik gehören. Geburtskliniken veranstalten regelmäßige Informationsabende, die werdende Eltern besuchen sollten, um mehr über die Klinik und die verschiedenen Möglichkeiten einer Geburt zu erfahren. Meist werden den Eltern bei solchen Abenden von den Hebammen und Geburtshelferinnen auch die Räumlichkeiten der Klinik, vor allem die Kreissäle gezeigt. Die Möglichkeiten der modernen Geburtshilfe sind vielseitig: Die Kreissäle sind meist mit multifunktionalen Kreisbetten ausgestattet, so dass die Frau in verschiedenen Positionen gebären kann. Oft wird auch eine Gebärwanne für eine Wassergeburt angeboten. Die Eltern können bei den Infoabenden schon vieles abklären: Wie funktioniert eine Päriduralanästhesie? Was geschieht bei Komplikationen? Gibt es in der Klinik Beleghebammen? Was geschieht, wenn ein Kind zu früh auf die Welt kommt?

Wichtig bei der Wahl der Geburtsklinik ist, dass sich die werdende Mutter dort wohlfühlt und Vertrauen aufbauen kann. Längst gibt es auch die Möglichkeit, ambulant zu entbinden. Wenn Mutter und Kind wohlauf sind, ist es nach der Geburt nicht zwingend notwendig, bis zu drei Tage lang im Krankenhaus zu bleiben. Wer die Klinik bereits einige Stunden nach der Geburt schon wieder verlassen will, sollte jedoch bedenken, dass er sich dann auch ganz alleine um die ersten Vorsorgeuntersuchungen des Kindes kümmern muss, die bereits in den ersten Tagen stattfinden.

Verbindlich anmelden kann man sich in den meisten Geburtskliniken ab der 30. Schwangerschaftswoche.

Klinikkoffer und sanfte Geburtsvorbereitung

Da die Wehen häufig unverhofft und vor dem errechneten Geburtstermin eintreten, sollte für die werdende Mutter und das Neugeborene ein Klinikkoffer bereits einige Wochen vor dem Termin fertig gepackt werden. Am Besten stellt man diesen gepackten Koffer ab der 36. Schwangerschaftswoche in die Nähe der Wohnungstür, damit er stets griffbereit ist. Im Klinikkoffer sollten sich neben Dokumenten wie Personalausweis, Versichertenkarte, Mutterpass und Familienstammbuch Alltagsutensilien für den Klinikaufenthalt befinden: Bequeme Kleidung, Nachthemden, Still-BHs, ein Bademantel, Pantoffeln und Waschzeug. Für das Neugeborene sollten die Eltern an eine Erstausstattung für die Fahrt von der Klinik nach Hause denken. Für die Dauer des Klinikaufenthaltes wird die Kleidung fürs Baby meist von der Klinik gestellt.

Ein Tipp, den die werdende Mutter im Schwangerschaftsverlauf in die tägliche Körperpflege mit einfließen lassen kann, kann hilfreich für eine sanfte Geburt sein: Um bei der Geburt zu vermeiden, dass der Damm reißt, sollte der Damm ab der 32. Schwangerschaftswoche mit einem milden Öl entsprechend vorbereitet werden. Öle speziell für den Zweck der Geburtsvorbereitung sind in jeder Drogerie erhältlich. Die Packungen beinhalten auch eine Anleitung zur richtigen Vorbereitung des Damms.

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