Feindiagnostik Schwangerschaft

Wann ist in der Schwangerschaft eine Feindiagnostik sinnvoll?

Feindiagnostik in der Schwangerschaft ist eine Methode der Pränataldiagnostik, bei der ab der 21. Schwangerschaftswoche mittels einer besonderen sonografischen Methode beziehungsweise eines Feinultraschalls ein detailliertes Organscreening des Ungeborenen vorgenommen wird. Diese Methode liefert deutlich bessere und genauere Bilder als der normale Ultraschall, der in der Zeit zwischen der 19. und 22. SSW ohnehin vorgesehen ist.

Daher eignet er sich vor allem zur Diagnose organischer Fehlbildungen.

Zielgruppen der Feindiagnostik

Schwangerschaft

Der Feinultraschall ist nicht für jede werdende Mutter notwendig. Frauen, die bestimmten Risikogruppen angehören, wird diese diagnostische Methode von ihrem Gynäkologen vorgeschlagen werden. Liegt eine entsprechende Indikation vor, werden die Untersuchungskosten von der Krankenkasse übernommen. Entscheiden sich werdende Eltern ohne Indikation dafür, muss das Organscreening selber bezahlt werden. Wer schwanger mit 42 wird, also zu den Spätgebärenden gehört, für den empfiehlt sich diese Diagnosemethode. Weitere Indikationen sind elterliche oder familiäre vererbbare Vorerkrankungen, ein älteres Geschwisterkind mit bestimmten Erkrankungen, Schwangerschaften, die z.B. durch IVF oder ICSI zustande kamen, bestimmte mütterliche Infektionen, Einnahme bestimmter Medikamente oder starke Röntgenbelastung während des ersten Schwangerschaftsdrittels.

Feindiagnostik in der Schwangerschaft
1/1

Der Feinultraschall ist nicht für jede werdende Mutter notwendig.

Erkenntnisse durch die Feindiagnostik

Durch die Feindiagnostik in der Schwangerschaft können verschiedene Krankheiten bereits im Mutterleib erkannt werden, ebenso wie der generelle Gesundheitszustand des Kindes. Im Einzelnen werden bestimmt die Menge des vorhandenen Fruchtwassers, Lage und Zustand der Plazenta, der Nabelschnur und der Gefäße, der aktuelle Wachstumsstand des Ungeborenen sowie der Zustand aller erkennbaren Organe inklusive Wirbelsäule, Nieren, Lunge und Herz. Um auch Chromosomenstörungen eindeutig festzustellen, empfehlen sich als zusätzliche Pränataldiagnostik Amniozentese oder Chorionzottenbiopsie.

Konsequenzen der Feindiagnostik in der Schwangerschaft

Werden kindliche Fehlbildungen bereits während der Schwangerschaft entdeckt, erhöht sich die Chance auf deren erfolgreiche Behandlung. Operationsbedürftige Herzfehler, von denen etwa 0,5 Prozent aller Kinder betroffen sind, können von Pränatalspezialisten behandelt werden, die Geburt kann geplant und entsprechend vorbereitet werden. Auch Lippenspalten, Fehlbildungen der Gliedmaßen oder bestimmte Lungenerkrankungen können dank der frühzeitigen Diagnostik bereits rechtzeitig behandelt werden.

  • -Geprüft durch Duden

Mehr zum Thema