Aufsichtspflicht Eltern

Elterliche und Erzieher-Aufsichtspflicht

Die Aufsichtspflicht der Eltern orientiert sich in Deutschland an drei Grundprinzipien. Das Kind sollte andere nicht gefährden, keinen Schaden erleiden und selbigen auch niemanden zufügen können. Doch die Kleinen allzeit und fortwährend im Auge zu behalten gelingt selbst den fürsorglichsten Müttern und Vätern nicht. Genaue Richtlinien für die elterliche Aufsichtspflicht schreibt der Gesetzgeber nicht vor. Weil jedes Kind ein Individuum präsentiert und Alter, gängiges Verhalten, geistiger Entwicklungszustand und Charaktereigenschaften eine übergeordnete Rolle spielen, lässt sich keine Pauschalisierung aussprechen.

Eines gilt jedoch in jedem Fall: Babys und Kleinkinder sind zu keinem Zeitpunkt unbeaufsichtigt zu lassen. Erleidet ein Säugling bei einem Sturz vom Wickeltisch schwere Verletzungen, trifft die Eltern die uneingeschränkte Schuld. Auch Erzieher in Kinderkrippen haben dieser Pflicht nachzukommen. Ein Balanceakt wenn man bedenkt, dass in jeder Gruppe zehn und mehr Kinder gleichzeitig spielen, toben oder essen.

Wie viel Kontrolle muss sein

Kindererziehung

Kinder brauen Grenzen und müssen doch durch Selbsterfahrung für das Leben als Erwachsene lernen. Gerade der demokratische Erziehungsstil verfolgt diesen Leitgedanken. Sie als Elternteil können Ihre Tochter, Ihren Sohn nicht vor allem beschützen. Mit zunehmendem Lebensalter sind Kinder selbst verantwortlich für ihr Tun und Handeln. Bis es soweit ist, liegt es an Ihnen individuell und ganz persönlich zu entscheiden, wie viel Freiheit sie Ihrem Kind gewähren. Einen eher unvernünftigen Sprössling, der sich bereits durch unüberlegte Handlungen hervorgetan hat, kann es nicht gestattet werden mit fünf Jahren alleine auf den Spielplatz zu gehen. Zeigt er oder sie sich aber besonnen und mit viel Empathie ausgestattet, reicht es wenn Mama oder Papa alle 15 Minuten nach dem Rechten sehen. Bei Schulkindern erhöht sich die Frequenz des Nachschauens auf rund zwei Stunden. Außer natürlich der ABC-Schütze ist schon öfter durch gewalttätiges Verhalten oder Vandalismus aufgefallen.

Die Aufsichtspflicht der Eltern
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Babys und Kleinkinder sind zu keinem Zeitpunkt unbeaufsichtigt zu lassen.

Deliktunfähigkeit und Beweislast

Dass der Aufsichtspflicht nicht nachgekommen wurde, muss das Gericht im Schadensfall beweisen. Eltern stehen nur Versicherungsgesellschaften gegenüber in der Beweispflicht. Dennoch sollte jede Familie über eine Haftpflichtversicherung verfügen, die die Klausel der deliktunfähigen Kinder beinhaltet. Deliktunfähig sind alle Personen unter sieben Jahren. Landet der Fußball in Nachbars Küchenfenster, wurde zwar die Aufsichtspflicht der Eltern nicht unbedingt verletzt aber die Kosten für den Schaden haben jene trotzdem zu tragen. Das über vierjährige Kind im heimischen Garten spielen zu lassen ist durchaus vertretbar. Dass dabei eine andere Person beziehungsweise deren Besitz beschädigt wird, kann vorkommen. Deshalb müssen Mütter und Väter nicht permanent neben ihrem Sprössling sitzen und dessen Handlungen beobachten. Geschieht der Vorfall aber bereits zum wiederholten Male, liegt die Gesetzeslage anders. Hat das Kind weder die geistige noch charakterliche Reife alleine oder mit Freunden unbeaufsichtigt im Garten zu toben, greift die Aufsichtspflicht der Eltern intensiver.

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